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Mieterhöhung in Regensburg: Mit dem Mietspiegel 2026 zum korrekten Betrag — Schritt für Schritt

Sie wollen die Miete erhöhen — oder prüfen, ob die Erhöhung Ihres Vermieters stimmt. Regensburg macht es Ihnen leichter als fast jede andere Stadt: Der Mietspiegel 2026 nennt für jede Wohnfläche zwischen 20 und 160 m² quadratmetergenau eine Basismiete, dazu klare Prozent-Zu- und -Abschläge — und die Stadt stellt ihr komplettes Archiv seit 1988 frei ins Netz. Dieser Artikel führt Sie durch die Rechnung, die Grenzen und 38 Jahre Regensburger Mietgeschichte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der qualifizierte Mietspiegel 2026 gilt seit dem 01.03.2026 und beruht auf einer Regressionsanalyse von über 2.200 Wohnungen (Stichtag 01.08.2025).
  • Die Rechnung ist amtlich vorgegeben: quadratmetergenaue Basismiete plus/minus Prozent-Zu- und -Abschläge für Baujahr, Wohnlage, Ausstattung und Modernisierung.
  • Die amtliche Durchschnittsmiete stieg von 6,55 €/m² (2010) auf 10,92 €/m² (2026) — mit einem echten Rückgang 2022→2024 und einem Sprung von +12,2 Prozent danach.
  • Erhöhungen sind auf 15 Prozent in drei Jahren begrenzt (Bayerische Mieterschutzverordnung, bis 31.12.2029); bei Neuvermietung gilt die Mietpreisbremse.
  • Kurios und amtlich: Ein Supermarkt weiter als 1.000 Meter kostet 5 Prozent Miete, ein Spielplatz in 200 Metern bringt 2 Prozent — adressgenau per Verzeichnis im Anhang.
Amtliche Ø-Miete
10,92 €/m²
2024: 9,73 €/m² (+12,2 %)
Art
Qualifiziert
seit 2001, § 558d BGB
Gültig
ab 01.03.2026
Neuerhebung (Regression)
Spanne
±16 %
Zweidrittel-Spanne
Kappungsgrenze
15 %
bis 31.12.2029, dann 20 %
Mietpreisbremse
Ja
MiSchuV BY, bis 31.12.2029
Archiv
18 Ausgaben
frei online seit 1988
Geltungsbereich
20–160 m²
nicht preisgebunden

Mieterhöhung in Regensburg berechnenMieterhöhung in Regensburg prüfen

Anwendungshinweise zum Mietspiegel Regensburg
  • Alle Zu- und Abschläge sind Prozentwerte auf die Basis-Nettomiete aus Tabelle 1 (Grundlage: Wohnfläche). Die ortsübliche Vergleichsmiete ergibt sich aus Basismiete × (1 + Summe der Prozentwerte / 100).
  • Die Wohnfläche wird kaufmännisch auf ganze m² gerundet. Der qualifizierte Mietspiegel bildet Wohnungen von 20 bis 160 m² ab.
  • Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt laut Mietspiegel in einer Zwei-Drittel-Spannbreite von ±16 % um die errechnete Vergleichsmiete. Ein pauschaler Zu- oder Abschlag innerhalb dieser Spanne ist ohne besondere Begründung nicht zulässig.
  • Der Mietspiegel gilt nur für nicht preisgebundene Mietwohnungen und Einfamilienhäuser des freifinanzierten Wohnungsbaus (Nettomiete = Kaltmiete ohne Betriebs- und Nebenkosten); nicht für Wohnungen ohne WC, Sozialwohnungen, Gewerbe sowie Ferien-, Monteur- und Wohnheimwohnungen.
  • Die Wohnlage nach Stadtbezirk/Teilgebiet (Tabelle 3) und die kleinräumige Lage (Tabelle 4) werden über die Karte bzw. das Adressverzeichnis im Anhang des Mietspiegels bestimmt.
Schritt 1 von 9: Ihre Wohnung0 % geschafft

Vom Quadratmeter zum Euro-Betrag: So rechnet der Mietspiegel 2026

Regensburg fragt zuerst nur eines: Wie groß ist die Wohnung? Tabelle 1 des Mietspiegels nennt für jede Wohnfläche von 20 bis 160 m² — quadratmetergenau, ohne Klassen — eine Basismiete. Eine 75-m²-Wohnung startet 2026 bei 10,42 €/m², eine 20-m²-Wohnung bei 18,96 €/m². Diese Basismiete ist der Ausgangspunkt jeder Rechnung.

Dann wird konkretisiert — nicht mit Punkten wie in vielen anderen Städten, sondern direkt mit Prozenten auf die Basismiete: das Baujahr (von −13 Prozent für Gebäude der Jahre 1946–1960 bis +14 Prozent für Neubauten ab 2020), die Wohnlage nach Stadtbezirken, die kleinräumige Lage, Art und Ausstattung des Gebäudes, Sanitärausstattung, sonstige Ausstattung und Modernisierungen. Alle Prozente werden addiert und wirken gemeinsam auf die Basismiete. Wichtig: Es zählt nur Ausstattung, die der Vermieter stellt.

Ein durchgerechnetes Beispiel mit den echten Werten der Ausgabe 2026: 75-m²-Wohnung, Baujahr 1985, mit Einbauküche und Aufzug, Lage ohne Zu- oder Abschlag. Basismiete 10,42 €/m²; Baujahr 1978–2001: −8 Prozent; Einbauküche: +8 Prozent; Aufzug: +2 Prozent — unterm Strich +2 Prozent. Also: 10,42 € × 1,02 = 10,63 €/m², mal 75 m² ergibt rund 797 € ortsübliche Vergleichsmiete.

Um diesen Wert legt der Mietspiegel eine Zweidrittel-Spanne von ±16 Prozent. Sie ist kein Verhandlungsrabatt, sondern Statistik: In diesem Korridor lagen bei der Erhebung die mittleren zwei Drittel der Mieten. Für Ihre Erhöhung zählt der errechnete Betrag — die Spanne erklärt nur, warum Nachbarwohnungen abweichen können.

Wer Wohnfläche, Baujahr und Ausstattung kennt, kommt so in Minuten zum korrekten Betrag. Unser Rechner oben führt durch genau diese Systematik — Frage für Frage.

Der steilste Kleinwohnungs-Aufschlag: 20 m² kosten 82 Prozent mehr

Index (75 m² = 100): 30 m² 135, 75 m² 100, 120 m² 10230 m²13575 m²100120 m²10275 m² = 100
Eigene Kennzahl: Quadratmeterwert-Niveau nach Wohnungsgröße, indexiert auf die Referenzgröße — kein Abdruck der Tabellenwerte.

Die quadratmetergenaue Basismiete-Kurve zeigt es unbestechlich: 18,96 €/m² für 20 m², 10,42 €/m² für 75 m² — die kleinste Wohnung liegt 82 Prozent über der mittleren. Ab etwa 75 m² ist die Kurve fast flach; selbst 150 m² kosten mit 10,68 €/m² kaum mehr als der Durchschnitt.

Dieser Effekt ist historisch gewachsen: Schon der allererste Regensburger Mietspiegel von 1988 gab Kleinwohnungen unter 30 m² pauschal 38 Prozent Aufschlag mit. Heute, im Zeitalter knapper Studenten-Apartments, hat sich der Zuschlag mehr als verdoppelt — und die Ausgabe 2026 hat die kleinen Wohnungen mit bis zu +24,2 Prozent gegenüber 2024 auch am stärksten verteuert.

Für Vermieter kleiner Wohnungen ist der Mietspiegel damit großzügig; Mieter eines Apartments sollten einen hohen Quadratmeterpreis nicht vorschnell für überzogen halten. Entscheidend ist die Rechnung, nicht das Bauchgefühl.

Wohnlage auf Regensburgisch: Stadtbezirke, Supermärkte und die Spielplatz-Prämie

Regensburg bewertet die Lage zweistufig. Erst grob nach Stadtbezirk: Die Innenstadt und Stadtamhof bekommen +7 Prozent, Kumpfmühl–Ziegetsdorf–Neuprüll und der Galgenberg −3, das Kasernenviertel −5, Weichs −7, Konradsiedlung–Wutzlhofen, Reinhausen und Brandlberg −9 — und die Stadtrandlagen Keilberg, Schwabelweis, Irl, Ober- und Niederwinzer–Kager sowie Sallern–Gallingkofen −13 Prozent. Zwischen bester und schwächster Lage liegen also 20 Prozentpunkte Miete.

  • Innenstadt und Stadtamhof sind die einzigen Lagen mit Zuschlag (+7 %) — Stadtamhof allerdings ohne das Gebiet nördlich des Europakanals.
  • Sechs Stadtrandgebiete (u. a. Keilberg, Schwabelweis, Sallern–Gallingkofen) bekommen mit −13 % den größten Lage-Abschlag.
  • Supermarkt weiter als 1.000 m Fußweg: −5 % auf die Basismiete — als Supermärkte zählen nur Discounter und Vollsortimenter.
  • Spielplatz in höchstens 200 m: +2 % — die wohl familienfreundlichste Mieterhöhung Deutschlands.
  • Nicht genannte Stadtgebiete bleiben neutral: kein Zu-, kein Abschlag.
Stadtteilkarte mit Lage-Einstufung laut MietspiegelBrandlberg - KeilbergBurgweinting - HartingGalgenbergGroßprüfening - Dechbetten - KönigswiesenInnenstadtKasernenviertelKonradsiedlung - WutzlhofenKumpfmühl - Ziegetsdorf - NeuprüllOber- und Niederwinzer - KagerOberisling - GraßOstenviertelReinhausenSallern - GallingkofenSchwabelweisStadtamhofSteinweg - PfaffensteinWeichsWestenviertel
Stadtteil antippen oder überfahren: Zuschlagslage · Abschlagslage · übrige Bezirke ±0 % — dazu kommt die adressscharfe Feinstufe: −5 % ohne Supermarkt in 1.000 m Fußweg, +2 % mit Spielplatz bis 200 m.
Stadtteilgrenzen: CC BY 4.0 — Geodaten der Stadtverwaltung Regensburg, Amt für Stadtentwicklung. Einstufungen: Mietspiegel Regensburg 2026 (Lage-Zu- und -Abschläge nach Stadtbezirken); Bezirksgrenzen: Stadt Regensburg, Amt für Stadtentwicklung (CC BY 4.0).

Dann kommt die Feinstufe, die es so nur in Regensburg gibt: Liegt der nächste Supermarkt weiter als 1.000 Meter Fußweg entfernt, kostet das 5 Prozent Abschlag. Liegt ein Spielplatz höchstens 200 Meter entfernt, gibt es 2 Prozent Zuschlag. Welche Adresse was bekommt, regelt ein amtliches Adressverzeichnis im Anhang des Mietspiegels — nachschlagen genügt, diskutieren zwecklos.

15 Prozent bis Silvester 2029: Bayern hat verlängert

Kappungsgrenze: 15 % bis 31.12.2029, danach 20 %15 %20 %*31.12.2029heute: Bayerische Mieterschutzverordnung (MiSchuV)ab 01.01.2030: gesetzliche Grenze (§ 558 Abs. 3 BGB)
* falls der Freistaat die Verordnung nicht verlängert. Maximale Erhöhung der Bestandsmiete innerhalb von drei Jahren.

Der errechnete Betrag ist die Obergrenze — erreicht wird er oft nur in Etappen. Regensburg steht in der Gebietskulisse der Bayerischen Mieterschutzverordnung (MiSchuV vom 16.12.2025, in Kraft seit 01.01.2026): Bestandsmieten dürfen innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 Prozent steigen. Die Verordnung läuft bis zum 31.12.2029 — deutlich länger als in vielen anderen Bundesländern.

Dazu kommen die üblichen Fristen: Die neue Miete kann frühestens 15 Monate nach Einzug oder nach der letzten Erhöhung wirksam werden, und zwischen zwei Erhöhungsverlangen muss mindestens ein Jahr liegen.

Für Neuvermietungen gilt zusätzlich die Mietpreisbremse aus derselben Verordnung: höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete (mit den gesetzlichen Ausnahmen, etwa für Neubau ab Oktober 2014). Für Mieterhöhungen im laufenden Vertrag zählt sie nicht — dort gelten § 558 BGB, die Kappungsgrenze und der Mietspiegel.

Alle Details zur Kappungsgrenze in Bayern

Von 6,55 auf 10,92 Euro — und einmal ging es sogar bergab

2010: 6,55 €/m², 2012: 6,78 €/m², 2014: 7,69 €/m², 2016: 7,77 €/m², 2018: 8,69 €/m², 2020: 8,98 €/m², 2022: 9,81 €/m², 2024: 9,73 €/m², 2026: 10,92 €/m²6,5520106,7820127,6920147,7720168,6920188,9820209,8120229,73202410,922026
+66,7 %

Anstieg der amtlichen Durchschnitts-Nettomiete pro m² zwischen den Ausgaben 2010 und 2026. Zwischen 2024 und 2026 stiegen alle 141 Tabellenfelder nahezu gleichmäßig um 10,924,2 % (eigene Auswertung).

Regensburg veröffentlicht als eine von ganz wenigen Städten sein komplettes Mietspiegel-Archiv — 18 Ausgaben seit 1988, alle frei abrufbar. Die amtliche Durchschnittsmiete erzählt daraus eine bemerkenswerte Geschichte: 6,55 €/m² (2010), 6,78 (2012), 7,69 (2014), 7,77 (2016), 8,69 (2018), 8,98 (2020), 9,81 (2022) — und dann der seltene Moment: 9,73 €/m² im Mietspiegel 2024, ein echter Rückgang um 0,8 Prozent.

Die Entwarnung hielt genau zwei Jahre. Die Ausgabe 2026 springt auf 10,92 €/m² — plus 12,2 Prozent, der größte Sprung der Serie. Unsere Feld-für-Feld-Auswertung aller 141 quadratmetergenauen Basismieten zeigt dabei: Der Anstieg ist alles andere als pauschal. Mittlere Wohnungsgrößen wurden um knapp 11 Prozent teurer, die kleinsten um bis zu 24,2 Prozent — Regensburg hat die Knappheit bei Apartments direkt eingepreist.

Auffällig ist auch der Rhythmus: Die großen Sprünge kommen fast immer mit den Neuerhebungen (2014: +13,4 Prozent, 2018: +11,8, 2026: +12,2), während die Fortschreibungen dazwischen moderat bleiben. Wer als Vermieter kurz vor einer Neuerhebung erhöht, verschenkt oft Spielraum — wer als Mieter kurz danach eine Erhöhung bekommt, sollte besonders genau nachrechnen.

Vom Schreibmaschinen-Blatt zur Regression: 38 Jahre Regensburger Mietspiegel

1988
Die Schreibmaschinen-Jahre

Bewusst unbewertet — für die Lage fanden sich laut Broschüre „keine eindeutigen Kriterien“.

Typisch für diese Ära
Median-Mieten in DM3 Größenklassen × BaualterAusstattung einfach/mittel/gut„einfach“ = ohne Bad, Dusche und ZentralheizungKleinwohnung unter 30 m²: pauschal +38 %
2001–2024
Die Prozent-Jahre

Wohnlage als Stadtbezirks-Prozente auf die Basismiete: Innenstadt/Stadtamhof +7 %, Stadtrandlagen bis −13 %.

Neu bewertet
Qualifiziert (seit 2001)Basismiete je WohnflächeProzent-Zu-/Abschläge statt fester ZellenWohnlage nach StadtbezirkenModernisierungs-Zuschläge
Zählt nicht mehr
DM-MedianzellenAusstattungskategorien einfach/mittel/gut
2026
Die Regressions-Ära

Zusätzlich adressgenau: Supermarkt weiter als 1.000 m = −5 %, Spielplatz bis 200 m = +2 % — mit Adressverzeichnis im Anhang.

Neu bewertet
Regressionsanalyse aus über 2.200 Wohnungenquadratmetergenaue Basismiete (20–160 m²)Supermarkt-Malus (−5 %)Spielplatz-Prämie (+2 %)
Typisch für diese Ära
Freistehendes Einfamilienhaus +9 %Fußbodenheizung +7 %Einbauküche +8 %mehr als 4 Geschosse −2 %
Amtliche Ø-Nettomiete
2,72–9,00 DM (Median-Zellen) → 6,55 → 9,73 € → 10,92 €
1988 → 2001–2024 → 2026
Kleinwohnungs-Aufschlag
+38 % (unter 30 m²) → +63 % (20 m² ggü. 75 m², 2024) → +82 % (20 m² ggü. 75 m²)
1988 → 2001–2024 → 2026
Wohnlage-Spreizung
nicht bewertet → +7 % bis −13 % → +7 % bis −13 %, plus −5/+2 % adressgenau
1988 → 2001–2024 → 2026
Eigene Auswertung der amtlichen Mietspiegel-Broschüren 1988–2026 (frei zugängliches Archiv der Stadt Regensburg); Werte wörtlich aus den Broschüren.

Der erste Regensburger Mietspiegel vom 1. Dezember 1988 ist ein Zeitdokument: vier getippte Seiten, Median-Mieten in D-Mark, drei Größenklassen. Die billigste Zelle: 2,72 DM/m² für die große Altbauwohnung mit „einfacher Ausstattung“ — und einfach hieß damals wörtlich: ohne Zentralheizung, ohne Bad, ohne Dusche. Die Wohnlage wurde bewusst nicht bewertet; es fanden sich, so die Broschüre, keine eindeutigen Kriterien.

Seit 2001 ist der Regensburger Mietspiegel qualifiziert, und spätestens seit den 2010er-Jahren steht das heutige Prozent-System: eine Basismiete je Wohnfläche, auf die Baujahr, Wohnlage und Ausstattung prozentual wirken. Die Stadtbezirks-Prozente (+7 bis −13) übernahmen, was 1988 noch für unbewertbar galt.

2026 folgte der bislang größte methodische Schritt: eine Regressionsanalyse über mehr als 2.200 Wohnungen, quadratmetergenaue Basismieten statt Größenklassen — und die neue kleinräumige Wohnlage, die Supermarkt-Distanz und Spielplatz-Nähe adressgenau bepreist. Was 1988 auf vier Schreibmaschinenseiten passte, füllt heute eine 60-Seiten-Broschüre mit Adressverzeichnis.

Die Konstante über 38 Jahre: Kleine Wohnungen sind pro Quadratmeter teuer. 1988 als pauschale 38-Prozent-Regel, heute als steile Kurve mit 82 Prozent Aufschlag. Manche Wahrheiten überleben jede Methode.

Der Bestand dahinter: So wohnt Regensburg laut Zensus

Hinter der Basismiete-Kurve steht ein besonderer Wohnungsmarkt: Regensburg ist Universitäts- und Pendlerstadt. Die typische Wohnung ist mit 76,4 m² deutlich kleiner als im Bundesschnitt, nicht einmal jede vierte Wohnung gehört ihren Bewohnern — Regensburg ist eine Mieterstadt, wie die amtlichen Zensus-Zahlen zeigen.

76,4 m²
durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung
3,5
Räume je Wohnung im Schnitt
92.661
Wohnungen gesamt
23,1 %
Eigentümerquote — die Mehrheit wohnt zur Miete
70,6 %
heizen mit Zentralheizung
70,6 %
Energieträger Gas — die Wärmewende steht noch aus

Wohnungen nach Baujahr (Anteile)

vor 1919: 10,3 %, 1919–1948: 8,1 %, 1949–1978: 37,3 %, 1979–1990: 10,3 %, 1991–2000: 12,4 %, 2001–2010: 7,9 %, 2011–2019: 11,3 %, ab 2020: 2,4 %vor 191910,3 %1919–19488,1 %1949–197837,3 %1979–199010,3 %1991–200012,4 %2001–20107,9 %2011–201911,3 %ab 20202,4 %

Einordnung: Der Zensus maß zum Stichtag 15.5.2022 über den gesamten Bestand eine Durchschnitts-Nettokaltmiete von 9,38 €/m² — der Mietspiegel 2026 weist als Durchschnitt der mietspiegelrelevanten Mieten 10,92 €/m² aus. Beide messen Verschiedenes (Gesamtbestand vs. mietspiegelrelevante Mieten), die Richtung ist aber eindeutig: Es geht aufwärts.

Quelle: Zensus 2022 (Stichtag 15.05.2022), Zensusdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder — Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

Regensburg, das Umland und Deutschland: die Bestandsmieten im Vergleich

Wie teuer ist Regensburg wirklich? Der Zensus 2022 erlaubt den amtlichen Vergleich: Regensburg liegt bei 9,38 €/m² Bestandsmiete — Bayern insgesamt bei 8,74 €, der Bund bei 7,28 €. Und im Umland (der Landkreis Regensburg) zeigt sich, wie viel Miete ein paar Kilometer ausmachen: Die größten Nachbarorte liegen zwischen 6,07 und 7,79 €/m².

Zensus-Bestandsmiete im Vergleich (€/m², Mai 2022)

Regensburg9,38 €Bayern8,74 €Deutschland7,28 €
Kaltmiete der Nachbarorte (der Landkreis Regensburg)
OrtKaltmieteggü. Regensburg
Obertraubling7,79 €−17 %
Lappersdorf7,48 €−20 %
Neutraubling7,36 €−22 %
Wenzenbach7,31 €−22 %
Nittendorf7,01 €−25 %
Regenstauf6,87 €−27 %
Schierling6,82 €−27 %
Hemau6,07 €−35 %

Nachbarorte = die acht Umlandgemeinden mit dem größten Wohnungsbestand; Umland-Abgrenzung: der Landkreis Regensburg. Quelle: Zensus 2022, Tabellen 4000W-0004 (Durchschnittliche Nettokaltmiete) und 4000W-1008 (Wohnungsbestand), Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0. Bestandsmieten aller bestehenden Mietverhältnisse zum Stichtag — nicht die Angebotsmieten aktueller Inserate und nicht die ortsübliche Vergleichsmiete des Mietspiegels.

Mietpreisentwicklung, indexiert (2010 = 100)

Regensburg: amtliche Mietspiegel-Durchschnittsmiete · Bayern/Deutschland: Destatis-Nettokaltmieten-Index

100110120130140150160170201020122014201620182020202220242026Regensburg 167Bayern 127Deutschland 123

Stadt-Linie nur zu Mietspiegel-Jahren (Punkte); Quelle Stadt: amtliche Durchschnittsmieten der Ausgaben (siehe Historie-Kapitel). Statistisches Bundesamt, GENESIS-Tabelle 61111-0020 (Index der Nettokaltmieten nach Bundesländern), Jahreswerte; Statistisches Bundesamt, GENESIS-Tabelle 61111-0004, VPI-Position CC13-041 (Wohnungsmieten/Nettokaltmieten), Jahresmittel der Monatsindizes (eigene Mittelung). Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0. Indexiert auf 2010 = 100 — Niveaus bleiben unvergleichbar, verglichen wird das Tempo.

Vier Schritte zum wirksamen Erhöhungsschreiben

  1. Schritt 1
    Vergleichsmiete berechnen

    Basismiete und Prozent-Zu-/Abschläge exakt nach Mietspiegel 2026 bestimmen — unser Rechner übernimmt das Frage für Frage.

  2. Schritt 2
    Grenzen und Fristen prüfen

    15 % Kappung in drei Jahren (bis 31.12.2029), 15 Monate seit Einzug bzw. letzter Erhöhung, ein Jahr zwischen zwei Erhöhungsverlangen.

  3. Schritt 3
    Schreiben formgerecht zustellen

    Textform genügt, Begründung mit dem Mietspiegel, alle Mieter des Vertrags als Empfänger.

  4. Schritt 4
    Zustimmung abwarten

    Der Mieter hat bis zum Ende des übernächsten Monats Zeit; die neue Miete gilt ab dem dritten Monat nach Zugang.

Als Mieter prüfen Sie dieselben Punkte in Gegenrichtung: Stimmen Basismiete und Prozente? Wurde die Kappungsgrenze eingehalten? Sind die Fristen gewahrt? Unser Mieter-Check rechnet das kostenlos nach. Zum Mieter-Check →

Wann der Mietspiegel nicht gilt — und was dann

Der Regensburger Mietspiegel gilt für nicht preisgebundene Mietwohnungen und vermietete Häuser im Stadtgebiet mit 20 bis 160 m² Wohnfläche — ausdrücklich auch für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser. Nicht anwendbar ist er auf Wohnungen ohne WC in der Wohnung, auf geförderten Wohnraum, Ferien- und Werkswohnungen, Wohnheim-Zimmer sowie WG-Zimmer ohne eigenen Eingang.

Fällt Ihre Wohnung durch dieses Raster — etwa das 200-m²-Haus —, bleibt § 558a BGB trotzdem erfüllbar: mit drei Vergleichswohnungen oder einem Sachverständigengutachten. Praktisch bewährt: die Systematik des Mietspiegels als Orientierung nehmen und die Begründung formal auf Vergleichswohnungen stützen.

Ein ehrliches Fazit

Regensburg gehört zu den transparentesten Mietspiegel-Städten Deutschlands: 38 Jahre Archiv frei im Netz, quadratmetergenaue Werte, klare Prozente — und mit der Spielplatz-Prämie sogar ein Hauch Humor im Amtsdokument. Wer hier über Miete streitet, streitet über Rechenwege, nicht über Meinungen.

Die Zahlen mahnen beide Seiten zur Sorgfalt: Der 12,2-Prozent-Sprung der Ausgabe 2026 eröffnet Vermietern echten Spielraum — und die Kappungsgrenze von 15 Prozent bis Ende 2029 setzt ihm eine klare Grenze. Wer sauber rechnet, bekommt einen Betrag, der hält.

Mieterhöhung in Regensburg berechnenMieterhöhung in Regensburg prüfen

Anwendungshinweise zum Mietspiegel Regensburg
  • Alle Zu- und Abschläge sind Prozentwerte auf die Basis-Nettomiete aus Tabelle 1 (Grundlage: Wohnfläche). Die ortsübliche Vergleichsmiete ergibt sich aus Basismiete × (1 + Summe der Prozentwerte / 100).
  • Die Wohnfläche wird kaufmännisch auf ganze m² gerundet. Der qualifizierte Mietspiegel bildet Wohnungen von 20 bis 160 m² ab.
  • Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt laut Mietspiegel in einer Zwei-Drittel-Spannbreite von ±16 % um die errechnete Vergleichsmiete. Ein pauschaler Zu- oder Abschlag innerhalb dieser Spanne ist ohne besondere Begründung nicht zulässig.
  • Der Mietspiegel gilt nur für nicht preisgebundene Mietwohnungen und Einfamilienhäuser des freifinanzierten Wohnungsbaus (Nettomiete = Kaltmiete ohne Betriebs- und Nebenkosten); nicht für Wohnungen ohne WC, Sozialwohnungen, Gewerbe sowie Ferien-, Monteur- und Wohnheimwohnungen.
  • Die Wohnlage nach Stadtbezirk/Teilgebiet (Tabelle 3) und die kleinräumige Lage (Tabelle 4) werden über die Karte bzw. das Adressverzeichnis im Anhang des Mietspiegels bestimmt.
Schritt 1 von 9: Ihre Wohnung0 % geschafft

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Durchschnittsmiete in Regensburg laut Mietspiegel 2026?

Die amtliche durchschnittliche Nettomiete beträgt 10,92 €/m² (unabhängig von allen Wohnwertmerkmalen, Ausgabe 2026). 2024 waren es 9,73 €/m² — ein Plus von 12,2 Prozent.

Wie berechne ich die ortsübliche Vergleichsmiete für meine Wohnung?

Basismiete quadratmetergenau aus Tabelle 1 (nach Wohnfläche), darauf die Prozent-Zu- und -Abschläge für Baujahr, Wohnlage, Ausstattung und Modernisierung addieren. Unser Rechner führt durch genau diese Rechnung.

Was bedeutet die Spanne von ±16 Prozent?

In diesem Korridor um den errechneten Wert lagen bei der Erhebung die mittleren zwei Drittel aller Mieten. Für die Mieterhöhung zählt der errechnete Betrag — die Spanne ist Statistik, kein Verhandlungsspielraum.

Stimmt es, dass ein fehlender Supermarkt die Miete senkt?

Ja: Liegt der nächste Discounter oder Vollsortimenter weiter als 1.000 Meter Fußweg entfernt, gibt es −5 Prozent auf die Basismiete. Ein Spielplatz in höchstens 200 Metern bringt +2 Prozent. Welche Adresse betroffen ist, steht im amtlichen Adressverzeichnis im Anhang des Mietspiegels.

Wie stark darf die Miete in Regensburg steigen?

Bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, aber höchstens 15 Prozent innerhalb von drei Jahren — die Bayerische Mieterschutzverordnung gilt bis zum 31.12.2029. Zudem: frühestens 15 Monate nach Einzug oder letzter Erhöhung, ein Jahr Abstand zwischen zwei Erhöhungsverlangen.

Gilt in Regensburg die Mietpreisbremse?

Ja, bis zum 31.12.2029 (Bayerische Mieterschutzverordnung vom 16.12.2025). Sie betrifft nur Neuvermietungen: höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, mit gesetzlichen Ausnahmen etwa für Neubau ab Oktober 2014.

Kleine Wohnung, hoher Quadratmeterpreis — ist das zulässig?

In Regensburg ganz besonders: Die Basismiete für 20 m² liegt mit 18,96 €/m² rund 82 Prozent über der für 75 m² (10,42 €/m²). Der Mietspiegel bildet das quadratmetergenau ab.

Meine Wohnung hat 200 m² — was jetzt?

Der Mietspiegel gilt nur für 20 bis 160 m². Außerhalb begründen Sie die Mieterhöhung mit drei Vergleichswohnungen oder einem Sachverständigengutachten (§ 558a BGB).

Seit wann gibt es den Regensburger Mietspiegel?

Seit 1988 — damals vier Schreibmaschinenseiten mit DM-Beträgen. Seit 2001 wird er als qualifizierter Mietspiegel erstellt; die Stadt stellt alle 18 Ausgaben frei ins Netz.

Quellen & Methodik

Alle Kennzahlen stammen wörtlich aus den frei veröffentlichten amtlichen Mietspiegel-Broschüren der Stadt Regensburg (Archiv 1988–2026) oder sind eigene Auswertungen daraus (Feld-für-Feld-Vergleich der 141 quadratmetergenauen Basismieten 2024/2026, Auswertung der Wohnwertmerkmal-Kataloge über die Ausgaben). Die Stadt Regensburg veröffentlicht ihre Mietspiegel ohne Urheberrechtsvorbehalt; Zensus-Daten unter Datenlizenz Deutschland 2.0. Kappungs- und Bremsen-Angaben nach der Bayerischen Mieterschutzverordnung vom 16.12.2025.

Stand: 16.7.2026 · Automatisiert geprüfte Daten, redaktionell aufbereitet — keine Rechtsberatung. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.

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