Mieterhöhung in Ludwigsburg: Mit dem Mietspiegel 2025 zum korrekten Betrag — Schritt für Schritt
Sie wollen die Miete erhöhen — oder prüfen, ob die Erhöhung Ihres Vermieters stimmt. Dann haben Sie in Ludwigsburg Glück: Kaum eine Stadt dieser Größe misst Mieten so präzise. Eine Basistabelle mit 121 Feldern, 23 Punkte-Merkmale und ein amtliches Straßenverzeichnis mit 18.363 Adressen führen zu einem Betrag, über den man kaum streiten kann. Dieser Artikel zeigt den Weg dorthin — Feld für Feld, Punkt für Punkt, bis zum fertigen Schreiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Der qualifizierte Mietspiegel 2025 gilt vom 01.08.2025 bis 31.07.2027 und ist in dieser Zeit die maßgebliche Begründung für Mieterhöhungen nach § 558a BGB.
- Die Rechnung ist amtlich vorgegeben: Basiswert aus der Tabelle × (1 + Punktsumme ÷ 100) = ortsübliche Vergleichsmiete. Ein Punkt entspricht einem Prozent.
- Die amtliche Durchschnittsmiete stieg von 7,86 €/m² (2013) auf 10,66 €/m² (2025) — plus 36 Prozent in zwölf Jahren, allein seit 2023 plus 6,5 Prozent.
- Erhöhungen sind durch die Kappungsgrenze auf 15 Prozent in drei Jahren begrenzt — voraussichtlich nur noch bis zum 31.12.2026, danach 20 Prozent.
- Das Straßenverzeichnis 2025 hat 1.240 Adressen in 216 Straßen neu eingestuft — ob Ihre dabei ist, zeigt der Lage-Check in diesem Artikel sekundenschnell.
Vom Tabellenfeld zum Euro-Betrag: So rechnet der Mietspiegel 2025
Jede Ludwigsburger Mieterhöhung beginnt mit zwei Angaben, die niemand diskutieren kann: Wohnfläche und Baujahr. Sie bestimmen das Tabellenfeld — die Basistabelle spannt 11 Größenklassen (30 bis 150 m²) gegen 11 Baualtersklassen („vor 1919“ bis „ab 2019“) auf, macht 121 Felder mit je einem eigenen Quadratmeter-Basiswert. Dieses Feld ist der Startpunkt jeder Rechnung.
Dann kommt die Wohnung selbst an die Reihe: 23 Wohnwertmerkmale, allesamt konkrete Ja/Nein-Fragen. Stellt der Vermieter eine Einbauküche? Gibt es ein abgeschlossenes Bad, zeitgemäße Elektrik, Balkon, Aufzug, Stellplatz? Liegt die Wohnung im Souterrain? Wurde seit 2012 modernisiert? Und — nicht wählbar, sondern amtlich aus dem Straßenverzeichnis — wie ist die Lage? Gute Ausstattung sammelt Pluspunkte, fehlende Standards kosten welche. Eine Regel überrascht viele: Es zählt nur, was der Vermieter stellt. Die Küche, die der Mieter selbst eingebaut hat, existiert für den Mietspiegel nicht.
Am Ende steht die Formel, die wörtlich so in der Broschüre steht: ortsübliche Vergleichsmiete = Basis-Nettomiete × (1 + Punktsumme ÷ 100). Jeder Punkt verschiebt den Basiswert um genau ein Prozent. Ein Beispiel mit einem frei erfundenen Basiswert — die echten stehen nur in der amtlichen Tabelle: Die Basistabelle nennt für eine 80-m²-Wohnung von 1985 angenommen 10,00 €/m². Aufzug und gehobenes Bad bringen Pluspunkte, die laute Straße kostet — unterm Strich +6 Punkte. Also: 10,00 € × 1,06 = 10,60 €/m², mal 80 m² ergibt 848 € ortsübliche Vergleichsmiete. Das ist die Zahl, bis zu der die Miete steigen darf — gebremst nur noch von der Kappungsgrenze (dazu gleich).
Bleibt die Spanne von ±21 Prozent, die im Mietspiegel auftaucht und regelmäßig missverstanden wird. Sie ist kein Rabatt und kein Verhandlungsspielraum, sondern eine statistische Auskunft: In diesem Korridor lagen bei der Datenerhebung die mittleren zwei Drittel aller Mieten. Für Ihre Erhöhung zählt der punktgenau errechnete Betrag — die Spanne erklärt lediglich, warum die Nachbarwohnung teurer oder billiger sein kann, ohne dass jemand falsch liegt.
Wer diese drei Schritte — Tabellenfeld, Punkte, Formel — sauber geht, hat den korrekten Betrag. Unsere Bestellstrecke geht sie mit Ihnen: Sie fragt die 23 Merkmale verständlich ab und holt die Wohnlage automatisch aus dem amtlichen Verzeichnis.
Der Größen-Effekt: 28 Prozent Unterschied pro Quadratmeter
Bevor Sie rechnen, lohnt ein Blick auf die Kurve der Basistabelle: Das Mini-Apartment ist pro Quadratmeter das teuerste Pflaster der Stadt. Eine 30–35-m²-Wohnung liegt rund 28 Prozent über dem Quadratmeterwert einer 70–80-m²-Wohnung gleichen Baujahrs; ab etwa 90 m² steigt die Kurve wieder leicht an.
Praktisch heißt das: Vermieter kleiner Wohnungen dürfen die höchsten Quadratmeterwerte ansetzen — und Mieter eines 32-m²-Apartments sollten aus einem hohen Quadratmeterpreis allein noch keine überzogene Forderung ablesen. Entscheidend ist immer das richtige Tabellenfeld.
Lage ist in Ludwigsburg amtlich — keine Meinung, ein Verzeichnis
In vielen Städten wird über „gute Lage“ gestritten wie über Fußballaufstellungen. Ludwigsburg hat das abgeschafft: Ein amtliches Straßenverzeichnis ordnet jede einzelne Adresse hausnummerngenau ein — nach Entfernung zum Marktplatz oder Bahnhof Kornwestheim, Straßenlärm, ÖPNV-Nähe und Bebauungsdichte. Wir haben alle 18.363 Einträge der Ausgabe 2025 ausgewertet.
- 31,0 % der Adressen liegen näher als 1.500 Meter (Luftlinie) am Marktplatz Ludwigsburg oder am Bahnhof Kornwestheim — das wirkt mieterhöhend.
- 60,3 % liegen im neutralen Mittelring (1.500–3.500 m), 8,7 % weiter draußen — das wirkt mietmindernd.
- Nur 383 Adressen (2,1 %) in 79 Straßen gelten als lärmbelastet (über 65 Dezibel im Tagesdurchschnitt) — Ludwigsburg ist leiser, als sein Ruf als B27-Stadt vermuten lässt.
- Eglosheim umfasst 1.818 Adressen (9,9 %) und wird mietmindernd eingestuft; Ludwigsburg-Süd (657 Adressen, 3,6 %) ist die einzige Lage mit Zuschlag.
- 16,3 % der Adressen liegen in sehr niedriger Bebauungsdichte — auch das wirkt laut Mietspiegel mietmindernd: Wer im Grünen wohnt, wohnt günstiger.
Die Lage allein kann die Vergleichsmiete um mehr als zehn Prozent verschieben — und sie ist nicht verhandelbar, denn das Verzeichnis ist amtlich. Ob Ihre Adresse zentrumsnah zählt, lärmbelastet ist oder im Grünen liegt, prüfen Sie unten in Sekunden — inklusive Vergleich zur Vorgänger-Ausgabe 2023.
Lage-Check: Wie ist Ihre Adresse amtlich eingestuft?
Direkt aus dem amtlichen Straßenverzeichnis zum Mietspiegel Ludwigsburg — hausnummerngenau.
Die Grenzen: 15 Prozent, zwei Fristen und ein Silvester-Countdown
Der errechnete Betrag ist das Ziel — erreicht wird er oft nur in Etappen. Denn Bestandsmieten dürfen in Ludwigsburg innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 Prozent steigen: Die Stadt liegt in der Gebietskulisse der Kappungsgrenzenverordnung Baden-Württemberg. Diese Verordnung läuft am 31.12.2026 aus; verlängert das Land sie nicht, gilt ab dem 01.01.2027 wieder die gesetzliche Grenze von 20 Prozent.
Dazu kommen zwei Fristen, an denen Erhöhungen regelmäßig scheitern: Die neue Miete kann frühestens 15 Monate nach Einzug oder nach der letzten Erhöhung wirksam werden, und zwischen zwei Erhöhungsverlangen muss mindestens ein Jahr liegen. Wer den Kalender im Griff hat, verliert hier kein Geld.
Für Neuvermietungen — nicht für laufende Verträge — gilt zusätzlich die Mietpreisbremse (Verordnung vom 16.12.2025, ebenfalls bis 31.12.2026): höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Für Ihre Mieterhöhung im Bestand zählen dagegen § 558 BGB, die Kappungsgrenze und der Mietspiegel, der noch bis zum 31.07.2027 gültig ist. Wer 2026 erhöht, arbeitet also mit aktuellen Zahlen — und sollte den 31.12.2026 im Blick behalten.
Von 7,86 auf 10,66 Euro: zwölf Jahre in einer Kurve
Anstieg der amtlichen Durchschnitts-Nettomiete pro m² zwischen den Ausgaben 2013 und 2025. Zwischen 2023 und 2025 stiegen alle 121 Tabellenfelder nahezu gleichmäßig um 6,4–6,5 % (eigene Auswertung).
Ludwigsburg veröffentlicht seine Mietspiegel-Historie vollständig, und die amtlichen Durchschnittswerte erzählen eine klare Geschichte: 7,86 €/m² (2013), 8,36 (2015), 8,74 (2017), 9,13 (2019), 9,24 (2021), 10,01 (2023), 10,66 €/m² (2025). Auffällig ist die Corona-Delle: Zwischen 2019 und 2021 stiegen die Mieten um magere 1,2 Prozent — gefolgt vom stärksten Sprung der ganzen Reihe, plus 8,3 Prozent bis 2023.
Den jüngsten Schritt haben wir Feld für Feld nachgeprüft: Alle 121 Tabellenwerte der Ausgabe 2025 liegen zwischen 6,4 und 6,5 Prozent über der Ausgabe 2023 — praktisch eine pauschale Fortschreibung. Eine Erwartung bestätigt sich dabei nicht: Der Quadratmeter-Aufschlag für kleine Wohnungen ist zuletzt gesunken, von rund 32 Prozent (2019/2021) auf rund 28 Prozent (seit 2023). Klein bleibt am teuersten, wurde aber nicht überproportional verteuert.
Die eigentliche Bewegung steckt im Straßenverzeichnis: 1.240 Adressen in 216 Straßen haben zwischen 2023 und 2025 ihre Lage-Einstufung geändert — 95 Straßen wurden aufgewertet, 112 abgewertet, 9 änderten sich punktneutral (bewertet nach der Systematik der Ausgabe 2025). Zu den größten Gewinnern zählen Friedrichstraße, Marbacher Straße und Stuttgarter Straße; deutlich abgewertet wurden etwa Stresemannstraße, Mörikestraße und Hirschbergstraße. Der Adressbestand selbst blieb dagegen nahezu konstant: 87 kamen hinzu, 63 entfielen. Ob Ihre Straße dabei ist, verrät der Lage-Check oben — er zeigt die Veränderung gegenüber 2023 automatisch an.
Zehn Jahre Punktekatalog: Was heute zählt — und was nicht mehr
Selbsteinschätzung: Erholungswert, zentrale Lage und Gewerbe-Nähe kreuzte man selbst an.
Fester Stadtteil-Zu-/Abschlag: von Mitte/Nord/Süd bis Poppenweiler pauschal je Stadtteil.
Amtlich und adressgenau: Entfernungsringe, Lärm >65 dB, ÖPNV-Distanz und Bebauungsdichte laut Straßenverzeichnis.
Der Mietspiegel bewertet nicht nur andere Preise, er bewertet auch anderes Wohnen. Wer die sechs Ausgaben seit 2015 nebeneinanderlegt, sieht drei Epochen. In den Häuschen-Jahren 2015/2017 belohnte der Katalog die Wohnform: Einfamilienhaus, Maisonette, eigener Garten und Garage brachten eigene Zuschläge, und die Wohnlage kreuzte man nach Selbsteinschätzung an — Erholungswert, zentrale Lage, Gewerbe-Nähe. Das größte Drama spielte im Bad: Wer keines in der Wohnung hatte, verlor 15 Punkte — der härteste Abschlag aller sechs hier ausgewerteten Ausgaben.
2019 kam die erste Revolution: feste Stadtteil-Punkte. Poppenweiler und Neckarweihingen wurden pauschal um 10 beziehungsweise 9 Punkte abgewertet, die Innenstadt aufgewertet — und plötzlich zählten Dinge wie eine fehlende Internetanschlussmöglichkeit oder ein fehlender Balkon. Der Einfamilienhaus-Zuschlag verschwand ersatzlos: Der Mietspiegel hörte auf, die Wohnform zu belohnen, und begann, Ausstattung und Lage zu messen.
2023 folgte die zweite Revolution, die bis heute gilt: Die Wohnlage wanderte komplett ins amtliche Straßenverzeichnis — adressgenau statt Stadtteil-Pauschale, gemessen in Entfernungsringen, Dezibel und Metern zur Bushaltestelle. Der Ausstattungskatalog wurde gleichzeitig entrümpelt (Gegensprechanlage, Verglasung, Internet: gestrichen) und neu gewichtet: Die vom Vermieter gestellte Einbauküche ist mit 9 Punkten heute das wertvollste einzelne Merkmal — 2015 waren es 6. Der Bad-Abschlag schrumpfte im selben Zeitraum von 15 auf 6 Punkte.
Ganz praktisch bedeutet das: Was vor zehn Jahren die Miete begründete, kann heute wertlos sein — und umgekehrt. Ein Aufzug war 2015 keinen Punkt wert, heute bringt er 5. Wer seine letzte Erhöhung noch mit dem alten Katalog gerechnet hat, sollte neu rechnen.
Der Bestand dahinter: So wohnt Ludwigsburg laut Zensus
Hinter jedem Tabellenfeld steht ein realer Wohnungsbestand. Der Zensus liefert dazu die amtlichen Zahlen — vom Baualter über die Wohnfläche bis zur Heizung. Sie zeigen, in welchem Feld der Basistabelle die typische Ludwigsburger Wohnung überhaupt landet.
Wohnungen nach Baujahr (Anteile)
Einordnung: Der Zensus maß zum Stichtag 15.5.2022 über den gesamten Bestand eine Durchschnitts-Nettokaltmiete von 9,38 €/m² — der Mietspiegel 2025 weist als Durchschnitt der mietspiegelrelevanten Mieten 10,66 €/m² aus. Beide messen Verschiedenes (Gesamtbestand vs. mietspiegelrelevante Mieten), die Richtung ist aber eindeutig: Es geht aufwärts.
Quelle: Zensus 2022 (Stichtag 15.05.2022), Zensusdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder — Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.
Ludwigsburg, das Umland und Deutschland: die Bestandsmieten im Vergleich
Wie teuer ist Ludwigsburg wirklich? Der Zensus 2022 erlaubt den amtlichen Vergleich: Ludwigsburg liegt bei 9,38 €/m² Bestandsmiete — Baden-Württemberg insgesamt bei 8,13 €, der Bund bei 7,28 €. Und im Umland (der Landkreis Ludwigsburg) zeigt sich, wie viel Miete ein paar Kilometer ausmachen: Die größten Nachbarorte liegen zwischen 7,90 und 10,03 €/m².
Zensus-Bestandsmiete im Vergleich (€/m², Mai 2022)
| Ort | Kaltmiete | ggü. Ludwigsburg |
|---|---|---|
| Gerlingen | 10,03 € | +7 % |
| Kornwestheim | 9,28 € | −1 % |
| Korntal-Münchingen | 9,16 € | −2 % |
| Ditzingen | 9,10 € | −3 % |
| Bietigheim-Bissingen | 8,95 € | −5 % |
| Remseck am Neckar | 8,85 € | −6 % |
| Sachsenheim | 8,29 € | −12 % |
| Vaihingen an der Enz | 7,90 € | −16 % |
Nachbarorte = die acht Umlandgemeinden mit dem größten Wohnungsbestand; Umland-Abgrenzung: der Landkreis Ludwigsburg. Quelle: Zensus 2022, Tabellen 4000W-0004 (Durchschnittliche Nettokaltmiete) und 4000W-1008 (Wohnungsbestand), Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0. Bestandsmieten aller bestehenden Mietverhältnisse zum Stichtag — nicht die Angebotsmieten aktueller Inserate und nicht die ortsübliche Vergleichsmiete des Mietspiegels.
Mietpreisentwicklung, indexiert (2013 = 100)
Ludwigsburg: amtliche Mietspiegel-Durchschnittsmiete · Baden-Württemberg/Deutschland: Destatis-Nettokaltmieten-Index
Stadt-Linie nur zu Mietspiegel-Jahren (Punkte); Quelle Stadt: amtliche Durchschnittsmieten der Ausgaben (siehe Historie-Kapitel). Statistisches Bundesamt, GENESIS-Tabelle 61111-0020 (Index der Nettokaltmieten nach Bundesländern), Jahreswerte; Statistisches Bundesamt, GENESIS-Tabelle 61111-0004, VPI-Position CC13-041 (Wohnungsmieten/Nettokaltmieten), Jahresmittel der Monatsindizes (eigene Mittelung). Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0. Indexiert auf 2013 = 100 — Niveaus bleiben unvergleichbar, verglichen wird das Tempo.
Vier Schritte zum wirksamen Erhöhungsschreiben
- Schritt 1Vergleichsmiete berechnen
Tabellenfeld und Punkte exakt nach Mietspiegel 2025 bestimmen — unsere Bestellstrecke übernimmt das inklusive Wohnlage aus dem amtlichen Verzeichnis.
- Schritt 2Grenzen und Fristen prüfen
15 % Kappung in drei Jahren, 15 Monate seit Einzug bzw. letzter Erhöhung, ein Jahr zwischen zwei Erhöhungsverlangen.
- Schritt 3Schreiben formgerecht zustellen
Textform genügt, Begründung mit dem Mietspiegel, alle Mieter des Vertrags als Empfänger.
- Schritt 4Zustimmung abwarten
Der Mieter hat bis zum Ende des übernächsten Monats Zeit; die neue Miete gilt ab dem dritten Monat nach Zugang.
Als Mieter prüfen Sie dieselben Punkte in Gegenrichtung: Stimmen Tabellenfeld und Punkte? Wurde die Kappungsgrenze eingehalten? Sind die Fristen gewahrt? Unser Mieter-Check rechnet das kostenlos nach. Zum Mieter-Check →
Wann der Mietspiegel nicht gilt — und was dann
Der Ludwigsburger Mietspiegel gilt nur innerhalb klarer Grenzen: für nicht preisgebundene Mietwohnungen und vermietete Häuser im Stadtgebiet mit 30 bis 150 m² Wohnfläche. Keine Begründungsgrundlage ist er deshalb für die 25-m²-Studentenbude ebenso wie für das 200-m²-Einfamilienhaus, für Sozialwohnungen mit Preisbindung oder für möblierte Zimmer.
Gescheitert ist die Mieterhöhung damit nicht: § 558a BGB lässt auch drei Vergleichswohnungen oder ein Sachverständigengutachten als Begründung zu. Praktisch bewährt: die Systematik des Mietspiegels als Orientierung nehmen und die Begründung formal auf Vergleichswohnungen stützen. Unsere Bestellstrecke erkennt solche Grenzfälle und schlägt den passenden Weg vor.
Ein ehrliches Fazit
Ludwigsburg ist für Vermieter wie Mieter ein dankbarer Ort, um über Miete zu reden — weil es fast nichts zu streiten gibt. Das Zahlenwerk ist präzise, die Lage amtlich festgelegt, die Formel steht in der Broschüre. Die eigentliche Kunst ist Ehrlichkeit: die 23 Merkmale so zu beantworten, wie die Wohnung wirklich ist, und die Grenzen zu respektieren.
Wer das tut, bekommt eine Zahl, die Bestand hat — vor dem Mieter und notfalls vor Gericht. Und wer es eilig hat, merkt sich ein Datum: den 31.12.2026. An diesem Silvester entscheidet sich, ob Ludwigsburg bei 15 Prozent bleibt.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Durchschnittsmiete in Ludwigsburg laut Mietspiegel 2025?
Die amtliche Durchschnitts-Nettomiete beträgt 10,66 €/m² (arithmetisches Mittel aller mietspiegelrelevanten Nettomieten, Ausgabe 2025). 2023 waren es 10,01 €/m² — ein Plus von 6,5 Prozent.
Wie berechne ich die ortsübliche Vergleichsmiete für meine Wohnung?
Basiswert aus der Tabelle (nach Wohnfläche und Baujahr) mal (1 + Punktsumme ÷ 100). Die Punktsumme ergibt sich aus 23 Wohnwertmerkmalen plus der amtlichen Wohnlage. Unsere Bestellstrecke führt durch genau diese Rechnung.
Wo finde ich die Wohnlage meiner Adresse?
Im amtlichen Straßenverzeichnis zum Mietspiegel 2025 der Stadt Ludwigsburg — oder direkt hier im Lage-Check, der dieselben amtlichen Daten adressgenau auswertet und zusätzlich die Veränderung gegenüber 2023 anzeigt.
Hat sich meine Wohnlage seit 2023 geändert?
Möglich: 216 Straßen haben zwischen den Verzeichnissen 2023 und 2025 ihre Einstufung geändert (95 auf-, 112 abgewertet, bezogen auf 1.240 einzelne Adressen). Prüfen Sie Ihre Adresse im Lage-Check — er zeigt die Veränderung automatisch an.
Was bedeutet die Spanne von ±21 Prozent?
Sie ist eine statistische Auskunft, kein Verhandlungsspielraum: In diesem Korridor um den Tabellenwert lagen bei der Erhebung die mittleren zwei Drittel aller Mieten. Für die Mieterhöhung zählt der punktgenau errechnete Betrag.
Zählt die Einbauküche, die ich als Mieter selbst eingebaut habe?
Nein. Der Mietspiegel berücksichtigt nur Ausstattung, die der Vermieter stellt. Vom Mieter selbst geschaffene Ausstattung gilt als nicht vorhanden — das steht ausdrücklich in der Broschüre.
Wie oft und wie stark darf die Miete erhöht werden?
Bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, aber höchstens 15 Prozent innerhalb von drei Jahren (Kappungsgrenze, bis 31.12.2026). Die neue Miete kann frühestens 15 Monate nach Einzug oder letzter Erhöhung wirksam werden; zwischen zwei Erhöhungsverlangen muss ein Jahr liegen.
Gilt in Ludwigsburg die Mietpreisbremse?
Ja, bis zum 31.12.2026 (Mietpreisbegrenzungsverordnung BW vom 16.12.2025). Sie betrifft aber nur Neuvermietungen: Die Miete darf dann höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Für Mieterhöhungen im laufenden Vertrag gelten § 558 BGB und die Kappungsgrenze.
Meine Wohnung hat 200 m² — was jetzt?
Der Mietspiegel gilt nur für 30 bis 150 m². Außerhalb dieses Bereichs begründen Sie die Mieterhöhung mit drei Vergleichswohnungen oder einem Sachverständigengutachten (§ 558a BGB).
Kleine Wohnung, hoher Quadratmeterpreis — ist das zulässig?
Häufig ja: Kleine Wohnungen (30–35 m²) liegen laut Mietspiegel rund 28 Prozent über dem Quadratmeterwert einer 70–80-m²-Wohnung gleichen Baujahrs. Entscheidend ist die korrekte Einordnung ins Tabellenfeld samt Merkmalen.
Quellen & Methodik
- Mietspiegel Ludwigsburg 2025 (Stadt Ludwigsburg, PDF)
- Mietspiegel Ludwigsburg 2023 (Stadt Ludwigsburg, PDF)
- Straßenverzeichnis zum Mietspiegel 2025 (Stadt Ludwigsburg, PDF)
- Straßenverzeichnis zum Mietspiegel 2023 (Stadt Ludwigsburg, PDF)
- Übersicht & Online-Mietenberechner der Stadt
- Mietspiegel Ludwigsburg 2021 (Fortschreibung, PDF)
- Mietspiegel Ludwigsburg 2019 (PDF)
- Mietspiegel Ludwigsburg 2017 (PDF)
- Mietspiegel Ludwigsburg 2015 (PDF)
Alle Kennzahlen sind Eckwerte der amtlichen Quellen oder eigene Auswertungen daraus: vollständige, adressgenaue Auswertung der Straßenverzeichnisse 2023 und 2025 (der Extraktor wurde auf der Ausgabe 2025 gegen eine unabhängig verifizierte Referenz bewiesen), Feld-für-Feld-Vergleich der Basistabellen als prozentuale Veränderung sowie Auswertung der Wohnwertmerkmal-Kataloge aller sechs Ausgaben seit 2015. Am 16.07.2026 haben wir frühere Verzeichnis-Vergleichszahlen korrigiert. Die Tabellenwerte des Mietspiegels selbst geben wir aus urheberrechtlichen Gründen nicht wieder — die Berechnung für Ihre konkrete Wohnung erstellen wir als individuelle Dienstleistung.
Stand: 16.7.2026 · Automatisiert geprüfte Daten, redaktionell aufbereitet — keine Rechtsberatung. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.