Mieterhöhung in Berlin: Mit dem Mietspiegel 2026 zum korrekten Betrag — Schritt für Schritt
Kein deutscher Mietspiegel deckt mehr Wohnungen ab: Rund 1,66 Millionen vermietete Wohnungen zählt der Zensus in Berlin — und für sie erzählt der Mietspiegel gerade eine bemerkenswerte Geschichte. 2023 fiel die Hauptstadt mangels Daten auf einen einfachen Mietspiegel zurück, seit 2024 antwortet sie mit dem härtesten Erhebungsinstrument, das das Gesetz hergibt: einer Befragung mit Auskunftspflicht. Das Ergebnis 2026: 17.055 Datensätze, eine vom Algorithmus gebaute Tabelle mit 132 Feldern — und ein Mietniveau, das amtlich um 6,9 Prozent über dem von 2024 liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Berliner Mietspiegel 2026 ist ein qualifizierter Mietspiegel (Stichtag 01.09.2025), von allen sechs Mieter- und Vermieterverbänden der Arbeitsgruppe anerkannt — Tabelle und Straßenverzeichnis sind im Amtsblatt vom 28.05.2026 veröffentlicht.
- Der amtliche Mittelwert (gewichteter Median) stieg von 7,21 €/m² (2024) auf 7,71 €/m² (2026) — plus 6,9 Prozent in zwei Jahren.
- Die Tabelle reicht von 5,11 €/m² (einfache Wohnlage, DDR-Baujahre, ab 100 m²) bis 27,84 €/m² (gute Wohnlage, Neubau 2020–2024, unter 60 m²).
- Seit 2024 gilt erstmals eine gesetzliche Auskunftspflicht für die Mietspiegel-Befragung — 2023 war Berlin mangels durchführbarer Erhebung noch auf einen einfachen Mietspiegel ausgewichen.
- Mieterhöhungen im Bestand sind auf 15 Prozent in drei Jahren gekappt (Kappungsgrenzen-Verordnung, seit 2013 durchgehend, aktuell bis 10.05.2028); die Mietpreisbremse gilt bis Ende 2029.
Drei Tabellen, ein Algorithmus: Wie Berlin die Vergleichsmiete sortiert
Der Weg zur ortsüblichen Vergleichsmiete führt in Berlin über die Wohnlage: „Zunächst müssen Sie die Wohnlage für Ihre Wohnung bestimmen und sich danach in eine der drei Tabellen (Nr. 9.1 einfache Wohnlage, 9.2 mittlere Wohnlage oder 9.3 gute Wohnlage) einordnen“, erklärt die Broschüre. Danach entscheiden Bezugsfertigkeit und Wohnfläche über die Zeile — und jede Zeile liefert drei Werte: Mittelwert, untere und obere Spanne.
Das Bemerkenswerte steckt in der Struktur selbst: Seit 2024 baut ein CART-Algorithmus die Tabelle datengetrieben — dort, wo die erhobenen Mieten sich wirklich unterscheiden, entstehen Felder. 2024 waren es 106, im Mietspiegel 2026 sind es 132. Und anders als früher gibt es keine dünn besetzten Zellen mehr: „Es werden folglich nur vollbesetzte Felder im Sinne der MsV (§ 11 Abs. 2) ausgewiesen“ — jedes Feld steht auf mindestens 30 Datensätzen.
Innerhalb der Spanne hilft die Orientierungshilfe mit fünf Merkmalgruppen (Bad/WC, Küche, Wohnung, Gebäude, Wohnumfeld). Überwiegen in einer Gruppe die wohnwerterhöhenden Merkmale, gibt es 20 Prozent des Abstands zwischen Mittelwert und Spannenoberwert als Zuschlag — „Die fünf Merkmalgruppen werden gegeneinander aufgerechnet!“ Wichtig für Verhandlungen: Die Orientierungshilfe gehört nicht zum qualifizierten Teil des Mietspiegels, sie ist Schätzhilfe, keine Rechtsnorm.
Wie das bis zum Euro-Betrag aussieht, rechnet die Broschüre selbst vor: Eine 60-m²-Wohnung in mittlerer Wohnlage, bezugsfertig zwischen 1919 und 1949 (Tabelle 9.2, Zeile 81), hat einen Mittelwert von 7,30 €/m² bei einer Spanne von 5,90 bis 9,55 €/m². Im amtlichen Beispiel überwiegen in drei Merkmalgruppen die wohnwerterhöhenden, in zwei die wohnwertmindernden Merkmale — aufgerechnet bleibt +20 Prozent. Bezogen auf die obere Spannenhälfte von 2,25 €/m² sind das 0,45 €/m²: Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt bei 7,75 €/m², für die 60 m² also 465 Euro nettokalt im Monat. Bis zu diesem Wert darf die Bestandsmiete steigen — sofern die Kappungsgrenze (dazu unten) nicht früher bremst.
Zwei Regeln räumen dabei mit verbreiteten Missverständnissen auf. Erstens ist die Spanne kein Rabatt und kein Verhandlungsspielraum, sondern Statistik: Sie zeigt, in welchem Korridor die erhobenen Mieten vergleichbarer Wohnungen lagen — wo Ihre Wohnung darin steht, entscheidet allein die dokumentierte Merkmal-Aufrechnung. Zweitens zählt nur, was die Vermieterseite stellt: „Hat eine Mieterin oder ein Mieter einzelne Ausstattungsmerkmale selbst geschaffen – ohne dass die Kosten hierfür von der Vermieterin oder dem Vermieter erstattet wurden –, so bleiben diese Ausstattungsmerkmale unberücksichtigt.“ Die selbst eingebaute Mieterküche existiert für den Mietspiegel nicht.
Die Werte gelten nur für vom Vermieter voll ausgestattete Wohnungen. Altbauten ohne Sammelheizung oder Bad rechnen pauschal: 0,33 € je Quadratmeter unter der zutreffenden Zeile.
Eine Berliner Spezialität überlebt jede Reform: die Wendewohnungen — mit DDR-Mitteln anfinanziert, Baubeginn vor dem 3. Oktober 1990, fertiggestellt danach. Sie bilden bis heute eine eigene Kategorie in der Baujahressystematik.
Die U-Kurve: Klein und riesig kosten am meisten
Die Mietspiegeldokumentation 2026 legt die Größenlogik offen: die höchsten Quadratmetermieten zahlen „die Wohnungen der kleinsten und der größten Wohnflächenklasse“. Konkret: unter 40 m² kosten im Median 8,59 €/m², dann fällt die Kurve — 7,68 €/m² (40–60 m²), 7,29 €/m² (60–90 m²) — bevor sie bei 90 m² und mehr wieder auf 8,28 €/m² springt.
Für Vermieter kleiner Wohnungen heißt das: Der Quadratmeterpreis einer 35-m²-Wohnung liegt strukturell rund 18 Prozent über dem einer 75-m²-Wohnung — nicht als Marktlaune, sondern amtlich vermessen. Die Tabelle selbst arbeitet mit feineren, vom Algorithmus gefundenen Klassen von „bis unter 35 m²“ bis „ab 120 m²“.
Über 400.000 Adressen, 17 Indikatoren — und die Kriminalitätsstatistik entscheidet mit
Berlin stuft jede Wohnadresse der Stadt ein — das Straßenverzeichnis 2026 umfasst über 400.000 Adressen, veröffentlicht im Amtsblatt. Die Einstufung kommt aus einem Datenmodell; die Broschüre nennt als Indikatoren „den Bodenrichtwert, den Statusindex aus dem Monitoring Soziale Stadtentwicklung, das Grünvolumen, die Entfernung zu Zentren und Subzentren, die Verkehrslärmbelastung, die Kriminalitätsstatistik (Anzahl bestimmter Straftaten), die Lage in einem Milieuschutzgebiet, die Entfernung zu Regional-, U- & S-Bahn sowie die Grünversorgung“.
- einfache Wohnlage: 29,4 % der Adressen — Median 7,05 €/m²
- mittlere Wohnlage: 49,9 % der Adressen — Median 7,79 €/m²
- gute Wohnlage: 20,7 % der Adressen — Median 9,14 €/m²
- Wohnlage ist gebietsprägend, nicht objektscharf — Einzelabweichungen sind möglich
Das Ergebnis: 29,4 Prozent der Adressen gelten als einfache, 49,9 Prozent als mittlere und 20,7 Prozent als gute Wohnlage. Der Preisabstand ist erheblich — im Durchschnitt sind Wohnungen in guter Wohnlage rund 30 Prozent teurer als in einfacher (Mediane 9,14 gegenüber 7,05 €/m²). Und weil Berlin polyzentrisch ist, kennt das Modell nicht ein Zentrum, sondern viele Bezirks- und Ortsteilzentren.
15 Prozent seit 2013 — und die Bremse bis 2029
Berlin senkt die Kappungsgrenze seit 2013 durchgehend ab: Statt der bundesweiten 20 Prozent darf die Bestandsmiete binnen drei Jahren höchstens um 15 Prozent steigen (Kappungsgrenzen-Verordnung vom 14.03.2023, gültig bis 10.05.2028). Obergrenze bleibt immer die ortsübliche Vergleichsmiete aus dem Mietspiegel.
Bei Neuvermietung greift zusätzlich die Mietpreisbremse: Die neue Mietenbegrenzungsverordnung (verkündet am 28.11.2025) gilt vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2029 für die ganze Stadt — höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Der Mietspiegel ist damit in Berlin doppelt scharf: Maßstab für Erhöhungen im Bestand und für die Startmiete bei Neuverträgen.
Die Dokumentation 2026 zeigt nebenbei, wo der Markt zieht: Neuvertragsmieten stiegen um 5,0 Prozent auf 9,67 €/m², Bestandsmieten um 7,4 Prozent auf 7,11 €/m² — der Abstand zwischen beiden schrumpft, bleibt aber bei über 2,50 €/m².
Von 4,24 auf 6,72 — dann riss die Reihe
Anstieg der amtlichen Durchschnitts-Nettomiete pro m² zwischen den Ausgaben 2003 und 2019. Die amtliche Reihe endet 2019: Seit dem Mietspiegel 2024 rechnet Berlin mit einem neuen Verfahren (gewichteter Median statt bisherigem Mittelwert; 2024: 7,21 €/m², 2026: 7,71 €/m²). Die neuen Werte sind laut Mietspiegeldokumentation mit der alten Reihe nicht vergleichbar.
Die Broschüre 2019 druckt eine bemerkenswerte Grafik: die durchschnittliche Mietspiegelmiete von 2003 (4,24 €/m²) bis 2019 (6,72 €/m²) — plus 58,5 Prozent über 16 Jahre, im Schnitt 2,9 Prozent pro Jahr. Der Kommentar damals: „Der prozentuale Anstieg der durchschnittlichen Mietspiegelmiete 2019 ist mit 2,5 Prozent jährlich der geringste Wert seit zehn Jahren.“
Dann riss die Reihe. 2021 wurde nur per Verbraucherpreisindex fortgeschrieben (Faktor 1,011), 2023 reichte es „insbesondere wegen der zeitlich nicht durchführbaren Datenerhebung“ nur noch zu einem einfachen Mietspiegel mit Pauschalfaktor 1,054. Erst die Neuerhebung 2024 mit Auskunftspflicht brachte wieder echte Daten, allerdings mit neuem Rechenverfahren: Der gewichtete Median lag 2024 bei 7,21 €/m², 2026 bei 7,71 €/m² — amtliche +6,9 Prozent, mit den alten Werten laut Dokumentation nicht vergleichbar.
Für Vermieter ist die Botschaft zweigeteilt: Das gemessene Mietniveau steigt wieder deutlich — aber der amtliche Mittelwert „hat keine rechtliche Aussagekraft“. Was zählt, ist das konkrete Tabellenfeld Ihrer Wohnung.
Vom Kaltwasserzähler zur bodengleichen Dusche: Was Berlin heute honoriert
Drei Wohnlagen (einfach, mittel, gut) in einer einzigen 12-Zeilen-Matrix mit acht Baujahresspalten — inklusive der Berliner Spezialität einer eigenen Ost-Spalte „1973–1990“ mit und ohne Wendewohnungen.
Keine neue Erhebung: Beide Ausgaben schreiben die 2019er-Tabelle per Preisindex fort — die Wohnlagenkarte bleibt eingefroren.
Die Wohnlage jeder der über 400.000 Adressen wird per Indikatorenmodell bestimmt — Bodenrichtwert, Sozial-Statusindex, Grünvolumen, Verkehrslärm und sogar die Kriminalitätsstatistik fließen ein.
Die Orientierungshilfe ist ein Zeitdokument. 2017 flogen die Sondermerkmale raus, seither zählen nur noch die fünf Merkmalgruppen. Mit der Neuerhebung 2024 zog der demografische Wandel ein: bodengleiche Dusche, freistehender Küchenblock und schwellenarmer Zugang wurden Plus-Merkmale — und der Energie-Malus wurde verschärft, die unterste Schwelle sank von 155 auf 145 kWh/(m²a).
2026 kamen zwei bemerkenswerte Neuzugänge: Ein fehlender Einbruchschutz im Erdgeschoss (Gitter, Rollläden oder Fensteralarm) drückt die Wohnung jetzt in der Spanne nach unten — und außen angebrachte Verschattungssysteme werten auf. Der wohnungsbezogene Kaltwasserzähler dagegen, jahrzehntelang ein Merkmal, verschwand nach 2023 ersatzlos.
Wer eine Mieterhöhung plant, sollte die aktuelle Merkmalliste durchgehen, nicht die von vor fünf Jahren: Jede Ausgabe verschiebt die Gewichte — und seit 2024 in dichterem Takt.
1,66 Millionen Mietwohnungen: Der größte Mietmarkt des Landes
Der Zensus 2022 zählt in Berlin 2.018.831 Wohnungen — 82,4 Prozent davon zu Wohnzwecken vermietet, in absoluten Zahlen mehr Mietwohnungen als in jeder anderen deutschen Stadt. Nur 16,3 Prozent der Wohnungen werden von Eigentümern selbst bewohnt, der Leerstand liegt bei 2,0 Prozent. Geheizt wird die Hauptstadt zu 43,1 Prozent mit Fernwärme; die durchschnittliche Bestandsmiete lag zum Zensus-Stichtag bei 7,67 €/m² — fast punktgenau zwischen den Mietspiegel-Mittelwerten von 2024 (7,21 €/m²) und 2026 (7,71 €/m²).
Wohnungen nach Baujahr (Anteile)
Einordnung: Der Zensus maß zum Stichtag 15.5.2022 über den gesamten Bestand eine Durchschnitts-Nettokaltmiete von 7,67 €/m² — der Mietspiegel 2019 weist als Durchschnitt der mietspiegelrelevanten Mieten 6,72 €/m² aus. Beide messen Verschiedenes (Gesamtbestand vs. mietspiegelrelevante Mieten), die Richtung ist aber eindeutig: Es geht aufwärts.
Quelle: Zensus 2022 (Stichtag 15.05.2022), Zensusdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder — Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.
Berlin, das Umland und Deutschland: die Bestandsmieten im Vergleich
Wie teuer ist Berlin wirklich? Der Zensus 2022 erlaubt den amtlichen Vergleich: Berlin liegt bei 7,67 €/m² Bestandsmiete — Brandenburg insgesamt bei 6,21 €, der Bund bei 7,28 €. Und im Umland (die acht angrenzenden Brandenburger Landkreise und die Stadt Potsdam (der Berliner Speckgürtel)) zeigt sich, wie viel Miete ein paar Kilometer ausmachen: Die größten Nachbarorte liegen zwischen 5,93 und 8,40 €/m².
Zensus-Bestandsmiete im Vergleich (€/m², Mai 2022)
| Ort | Kaltmiete | ggü. Berlin |
|---|---|---|
| Falkensee | 8,40 € | +10 % |
| Potsdam | 7,85 € | +2 % |
| Bernau bei Berlin | 7,17 € | −7 % |
| Königs Wusterhausen | 6,69 € | −13 % |
| Oranienburg | 6,63 € | −14 % |
| Fürstenwalde/Spree | 6,16 € | −20 % |
| Hennigsdorf | 6,14 € | −20 % |
| Eberswalde | 5,93 € | −23 % |
Nachbarorte = die acht Umlandgemeinden mit dem größten Wohnungsbestand; Umland-Abgrenzung: die acht angrenzenden Brandenburger Landkreise und die Stadt Potsdam (der Berliner Speckgürtel). Quelle: Zensus 2022, Tabellen 4000W-0004 (Durchschnittliche Nettokaltmiete) und 4000W-1008 (Wohnungsbestand), Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0. Bestandsmieten aller bestehenden Mietverhältnisse zum Stichtag — nicht die Angebotsmieten aktueller Inserate und nicht die ortsübliche Vergleichsmiete des Mietspiegels.
Mietpreisentwicklung, indexiert (2005 = 100)
Berlin: amtliche Mietspiegel-Durchschnittsmiete · Berlin/Deutschland: Destatis-Nettokaltmieten-Index
Stadt-Linie nur zu Mietspiegel-Jahren (Punkte); Quelle Stadt: amtliche Durchschnittsmieten der Ausgaben (siehe Historie-Kapitel). Statistisches Bundesamt, GENESIS-Tabelle 61111-0020 (Index der Nettokaltmieten nach Bundesländern), Jahreswerte; Statistisches Bundesamt, GENESIS-Tabelle 61111-0004, VPI-Position CC13-041 (Wohnungsmieten/Nettokaltmieten), Jahresmittel der Monatsindizes (eigene Mittelung). Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0. Indexiert auf 2005 = 100 — Niveaus bleiben unvergleichbar, verglichen wird das Tempo.
Mieterhöhung in Berlin: So gehen Sie vor
- Schritt 1Wohnlage bestimmen
Wohnlage der Adresse im Straßenverzeichnis nachschlagen (Amtsblatt oder Online-Abfrage auf mietspiegel.berlin.de) und die passende der drei Tabellen wählen.
- Schritt 2Tabellenfeld ablesen
Über Bezugsfertigkeit und Wohnfläche die Zeile bestimmen; Mittelwert und Spanne notieren. Bei Minderausstattung (kein Bad/keine Sammelheizung): 0,33 €/m² abziehen.
- Schritt 3Spanneneinordnung begründen
Alle fünf Merkmalgruppen der Orientierungshilfe durchgehen und die Aufrechnung dokumentieren — sie werden gegeneinander aufgerechnet.
- Schritt 4Kappung prüfen und zustellen
Höchstens +15 % gegenüber der Miete vor drei Jahren, nie über die ortsübliche Vergleichsmiete — dann das Erhöhungsverlangen nach § 558 BGB formgerecht zustellen.
Als Mieterin oder Mieter prüfen Sie dieselben vier Schritte in Gegenrichtung: Stimmen Wohnlage, Zeile und Spanneneinordnung? Wurde die 15-Prozent-Kappung eingehalten? Der Online-Abfrageservice macht die Kontrolle in wenigen Minuten möglich — und Sie haben zwei volle Monate Überlegungsfrist. Zum Mieter-Check →
Wo der Mietspiegel nicht gilt
Der Geltungsbereich ist enger, als viele denken: Der Mietspiegel gilt „unmittelbar nur für nicht preisgebundene Wohnungen in Mehrfamilienhäusern in Berlin, die bis zum 31. Dezember 2024 bezugsfertig geworden sind“. Ausdrücklich ausgenommen: Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern, Neubau ab dem 1. Januar 2025, Wohnungen mit WC außerhalb der Wohnung und preisgebundener Wohnraum.
Für ausgenommene Wohnungen bleibt der Mietspiegel Orientierung, aber nicht Beweis — dort begründen Vermieter mit Vergleichswohnungen oder Gutachten. Und wer im Neubau ab 2025 vermietet, ist von der Mietpreisbremse ausgenommen.
Unser Fazit
Berlin hat aus der Datenkrise von 2023 die richtige Konsequenz gezogen: Auskunftspflicht, Algorithmus, nur noch vollbesetzte Felder — methodisch ist der Mietspiegel 2026 so belastbar wie nie. Für Vermieter bedeutet das amtlich bestätigte +6,9 Prozent Mietniveau-Wachstum in zwei Jahren, aber auch: Jede Erhöhung muss durch das 132-Felder-Raster und die 15-Prozent-Kappung.
Wer es konkret wissen will: Unser Rechner übersetzt Tabelle, Wohnlage und Orientierungshilfe in ein fertiges, begründetes Mieterhöhungsschreiben — oder prüft als Mieter, ob das erhaltene Verlangen hält.
Häufige Fragen
Ist der Berliner Mietspiegel 2026 qualifiziert?
Ja. Der Mietspiegel 2026 ist ein qualifizierter Mietspiegel nach § 558d BGB, anerkannt von allen sechs Mieter- und Vermieterverbänden der Arbeitsgruppe Mietspiegel. Die Erhebung lief mit gesetzlicher Auskunftspflicht, jedes Tabellenfeld beruht auf mindestens 30 Datensätzen.
Wie stark ist das Berliner Mietniveau zuletzt gestiegen?
Der amtliche Mittelwert (gewichteter Median) stieg von 7,21 €/m² im Mietspiegel 2024 auf 7,71 €/m² im Mietspiegel 2026 — plus 6,9 Prozent. Die Dokumentation betont aber: Dieser Mittelwert hat keine rechtliche Aussagekraft; für Ihre Wohnung zählt das konkrete Tabellenfeld.
Wie hoch darf eine Mieterhöhung in Berlin ausfallen?
Bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, maximal 15 Prozent innerhalb von drei Jahren: In Berlin gilt die abgesenkte Kappungsgrenze (Kappungsgrenzen-Verordnung vom 14.03.2023, gültig bis 10.05.2028) statt der bundesweiten 20 Prozent. Die Absenkung besteht seit 2013 durchgehend.
Gilt in Berlin die Mietpreisbremse?
Ja, flächendeckend: Die neue Mietenbegrenzungsverordnung (verkündet am 28.11.2025) gilt vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2029. Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen — der Mietspiegel ist auch dafür die Grundlage.
Wie finde ich die Wohnlage meiner Adresse heraus?
Im Straßenverzeichnis zum Mietspiegel 2026 (veröffentlicht im Amtsblatt vom 28.05.2026) oder über den Online-Abfrageservice auf mietspiegel.berlin.de. Das Verzeichnis stuft über 400.000 Adressen in einfache, mittlere oder gute Wohnlage ein.
Was sind Wendewohnungen?
Wohnungen, die mit DDR-Mitteln anfinanziert wurden, deren Baubeginn vor dem 3. Oktober 1990 lag und die erst danach fertiggestellt wurden. Sie bilden im Berliner Mietspiegel bis heute eine eigene Baujahres-Kategorie (1973–1990 Ost mit bzw. ohne Wendewohnungen).
Gilt der Mietspiegel auch für Einfamilienhäuser?
Nein. Der Berliner Mietspiegel gilt nur für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser, Neubau ab dem 1. Januar 2025 und preisgebundene Wohnungen sind ausgenommen — dort wird mit Vergleichswohnungen oder Gutachten begründet.
Warum war der Mietspiegel 2023 nur ein einfacher?
Weil die Datenerhebung und -auswertung zeitlich nicht durchführbar war, wich Berlin 2023 auf einen einfachen Mietspiegel nach § 558c BGB aus: Alle Werte von 2021 wurden pauschal mit dem Faktor 1,054 fortgeschrieben. Seit 2024 wird wieder voll erhoben — erstmals mit Auskunftspflicht.
Quellen & Methodik
- Berliner Mietspiegel 2026 — Broschüre (SenStadtWohn)
- Mietspiegeltabelle 2026
- Straßenverzeichnis zum Mietspiegel 2026 (Amtsblatt)
- Mietspiegeldokumentation Berlin 2026
- Berliner Mietspiegel 2024 — Broschüre
- Mietspiegeldokumentation Berlin 2024
- Berliner Mietspiegel 2023 (einfacher Mietspiegel)
- Berliner Mietspiegel 2021
- Berliner Mietspiegel 2019
- Berliner Mietspiegel 2017
- Zensus 2022 — Wohnungskennzahlen Berlin (Statistische Ämter)
Alle Kennzahlen stammen wörtlich aus den amtlichen Berliner Mietspiegel-Broschüren 2017–2026, den Mietspiegeltabellen und den Mietspiegeldokumentationen 2024/2026 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die Impressen enthalten keinen Urheberrechtsvorbehalt; Mietspiegeltabelle und Straßenverzeichnis sind zudem im Amtsblatt für Berlin veröffentlicht (amtliches Werk, § 5 UrhG). Wohnungsbestands-Daten: Zensus 2022 (Datenlizenz Deutschland — Namensnennung 2.0). Kappungsgrenzen- und Mietpreisbremsen-Angaben aus den Verordnungsdaten unseres Kappungsgrenzen-Verzeichnisses. Die Mittelwert-Zeitreihe bis 2019 und die Median-Werte ab 2024 sind amtlich nicht vergleichbar und werden getrennt ausgewiesen.
Stand: 18.7.2026 · Automatisiert geprüfte Daten, redaktionell aufbereitet — keine Rechtsberatung. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.