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Mieterhöhung in Ulm: Mit dem Mietspiegel 2025 zum korrekten Betrag — Schritt für Schritt

Sie wollen die Miete erhöhen — oder prüfen, ob die Erhöhung Ihres Vermieters stimmt. Ulm leistet sich dafür ein deutschlandweites Unikum: einen gemeinsamen qualifizierten Mietspiegel mit Neu-Ulm — über die Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern hinweg. Seit 2023 wird die Wohnlage georeferenziert bis auf die Hausnummer bestimmt. Dieser Artikel führt Sie durch die Rechnung, die Zonen und zehn Jahre Doppelstadt-Mietgeschichte — inklusive der kuriosen Hausarzt-Prämie, die es zwischendurch gab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der qualifizierte Mietspiegel 2025 gilt vom 12.11.2025 bis 11.11.2027 für Ulm UND Neu-Ulm — eine Index-Fortschreibung der Neuerhebung 2023 um +4,55 Prozent.
  • Die amtliche Durchschnittsmiete stieg von 7,23 €/m² (2015) auf 9,82 €/m² (2025) — plus 36 Prozent in zehn Jahren.
  • Die Rechnung: Basis-Nettomiete aus Wohnfläche und Baujahr, dann Prozent-Zu- und -Abschläge — die Wohnlage kommt seit 2023 hausnummerngenau aus der Straßenliste (Zonen 0 bis 4).
  • Erhöhungen sind auf 15 Prozent in drei Jahren begrenzt; für Ulm gilt die Kappungsgrenzen-Verordnung Baden-Württembergs (bis 31.12.2026), für Neu-Ulm die bayerische Verordnungslage.
  • Unsere Auszählung der Straßenliste zeigt: 37,6 Prozent aller Ulmer Adressen liegen in der schlechtesten Lage-Zone 4 (−10 Prozent) — die abschlagsfreie Zone 0 umfasst nur 14,5 Prozent.
Amtliche Ø-Miete
9,82 €/m²
2023: 9,39 €/m² (+4,55 %)
Art
Qualifiziert
seit 2015, § 558d BGB
Gültig
bis 11.11.2027
seit 12.11.2025
Spanne
±19 %
Zweidrittel-Spanne
Kappungsgrenze
15 %
Ulm: BW-VO bis 31.12.2026
Mietpreisbremse
Ja (Ulm)
BW-Kulisse, bis 31.12.2026
Besonderheit
2 Bundesländer
gemeinsam mit Neu-Ulm
Straßenliste
29.883 Adressen
1.091 Straßen, Zonen 0–4

Rechner in Vorbereitung

Die Tabellenwerte des Mietspiegels Ulm dürfen wir ohne Freigabe des Herausgebers nicht online anbieten. Alle frei nutzbaren Informationen zum Mietspiegel Ulm finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Ein Mietspiegel, zwei Bundesländer: So rechnet Ulm/Neu-Ulm

Ulm und Neu-Ulm trennt die Donau — und die Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Beim Mietspiegel arbeiten beide Städte trotzdem zusammen: Seit 2015 geben sie einen gemeinsamen qualifizierten Mietspiegel heraus, das Vorwort nennt ihn „exemplarisch für die enge Kooperation unserer Städte – über die Ländergrenze hinweg“. Für Mieter und Vermieter heißt das: dieselbe Rechnung, egal auf welcher Donauseite.

Die Rechnung selbst folgt dem klassischen Regressions-Muster: Tabelle 1 nennt die Basis-Nettomiete nach Wohnfläche und Baujahr, Tabelle 2 liefert prozentuale Zu- und Abschläge — für die Wohnlage, die Ausstattung und seit 2023 für Modernisierungen nach einem Punktesystem (15 Maßnahmen; ab 3, 6 oder 9 Punkten gibt es +2, +4 oder +6 Prozent). Es zählt nur, was der Vermieter stellt.

Ein Rechenweg-Beispiel mit einem frei erfundenen Basiswert — die echten stehen nur in der amtlichen Tabelle: Angenommen, Tabelle 1 nennt für Ihre 75-m²-Wohnung von 1995 einen Basiswert von 10,00 €/m². Die Adresse liegt in Zone 2 (−5 Prozent), Schule und Supermarkt sind nah (je +1 Prozent), die Wohnung ist teilmodernisiert Stufe 1 (+2 Prozent) — unterm Strich −1 Prozent: 10,00 € × 0,99 = 9,90 €/m², mal 75 m² sind 742,50 € ortsübliche Vergleichsmiete.

Um das Ergebnis legt der Mietspiegel eine Zweidrittel-Spanne von ±19 Prozent — in ihr lagen bei der Erhebung die mittleren zwei Drittel der Mieten. Für Ihre Erhöhung zählt der errechnete Betrag; die Spanne erklärt die Streuung.

Wer Wohnfläche, Baujahr, Zone und Ausstattung kennt, kommt so in Minuten zum korrekten Betrag. Unser Rechner oben führt durch genau diese Systematik.

Mini-Wohnungen zahlen rund 40 Prozent mehr

Auch in der Doppelstadt kostet klein deutlich mehr: Nach der aktuellen Basistabelle liegt die kleinste Klasse (25 bis unter 30 m²) bei gleichem Baujahr rund 40 Prozent über einer 60-75-m²-Wohnung — eigene Auswertung der Tabellenstruktur, die Werte selbst stehen in der amtlichen Broschüre.

Kurios war die Ausgabe 2021: Damals waren die ganz großen Wohnungen (bis 160 m²) pro Quadratmeter billiger als fast alle kleineren Klassen — diese Inversion wurde mit der Neuerhebung 2023 wieder geglättet. Für Mieter kleiner Wohnungen gilt wie überall: Ein hoher Quadratmeterpreis allein ist noch kein Indiz für eine überzogene Forderung.

Zone 0 bis Zone 4: Die Lage kommt aus dem Geodaten-System

Bis 2021 kreuzte man die Wohnlage in Ulm selbst an — pauschal „Lagevorteile“ oder „Lagenachteile“, je ±4 Prozent. Seit 2023 ist das Geschichte: Der Mietspiegel bildet die Makrolage georeferenziert ab, als Luftlinien-Distanz zu festgelegten Versorgungszentren. Fünf Zonen gibt es, von Zone 0 (kein Abschlag) bis Zone 4 (−10 Prozent), dazu fünf Einzel-Zuschläge à +1 Prozent für Nähe zu Schule, Supermarkt, ÖPNV-Haltestelle, Gewerbefläche und Grünfläche.

  • Fünf Lage-Zonen nach Luftlinien-Distanz zu Versorgungszentren: Zone 0 (0 %) bis Zone 4 (−10 %).
  • Fünf Distanz-Zuschläge à +1 %: Schule ≤250 m, Supermarkt ≤300 m, ÖPNV ≤100 m, Gewerbefläche ≤100 m, Grünfläche ≤100 m.
  • Eigene Auszählung der Straßenliste: Zone 4 = 37,6 % aller Adressen, Zone 2 = 20,5 %, Zone 0 nur 14,5 %.
  • 2019–2021 gab es stattdessen den kuriosesten Zuschlag der Serie: Hausarzt in 300 m fußläufig = +5 % — mehr als ein Aufzug.
  • Die Straßenliste gilt für das Stadtgebiet Ulm; Neu-Ulm führt ein eigenes Verzeichnis.

Welche Adresse in welcher Zone liegt, verrät die amtliche Straßenliste — 29.883 Ulmer Adressen in 1.091 Straßen, hausnummerngenau. Unsere Auszählung zeigt die Machtverhältnisse: Zone 4 ist mit 11.229 Adressen (37,6 Prozent) der Normalfall, die abschlagsfreie Zone 0 umfasst nur 4.334 Adressen (14,5 Prozent). Anders gesagt: Die meisten Ulmer wohnen amtlich „weit weg“ — und zahlen dafür weniger.

15 Prozent — mit zwei Verordnungen und einem Silvester-Countdown

Kappungsgrenze: 15 % bis 31.12.2026, danach 20 %15 %20 %*31.12.2026heute (Ulm): Kappungsgrenzen-VO Baden-Württembergab 01.01.2027: gesetzliche Grenze (§ 558 Abs. 3 BGB)
* falls das Land die Verordnung nicht verlängert. Für Neu-Ulm gilt die bayerische Verordnungslage. Maximale Erhöhung der Bestandsmiete innerhalb von drei Jahren.

Der errechnete Betrag ist die Obergrenze — erreicht wird er oft nur in Etappen. Der Mietspiegel selbst fasst es lakonisch zusammen: „Die Kappungsgrenze für die Städte Ulm und Neu-Ulm liegt per Rechtsverordnung aktuell bei 15 %.“ Dahinter stehen aber zwei verschiedene Verordnungen: Für Ulm gilt die Kappungsgrenzen-Verordnung Baden-Württembergs, die am 31.12.2026 ausläuft; für Neu-Ulm die bayerische Verordnungslage.

Dazu kommen die üblichen Fristen: Die neue Miete kann frühestens 15 Monate nach Einzug oder nach der letzten Erhöhung wirksam werden, und zwischen zwei Erhöhungsverlangen muss mindestens ein Jahr liegen.

Für Neuvermietungen in Ulm gilt zusätzlich die Mietpreisbremse: Die Stadt steht in der Ende 2025 verlängerten Gebietskulisse Baden-Württembergs (bis 31.12.2026) — höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Der Mietspiegel erwähnt sie mit keinem Wort; er warnt stattdessen vor Mietpreisüberhöhung (mehr als 20 Prozent, § 5 WiStG) und Mietwucher (mehr als 50 Prozent).

Alle Details zur Kappungsgrenze in Baden-Württemberg

Von 7,23 auf 9,82 Euro: Zehn Jahre Doppelstadt-Mieten

2015: 7,23 €/m², 2017: 7,43 €/m², 2019: 8,37 €/m², 2021: 8,61 €/m², 2023: 9,39 €/m², 2025: 9,82 €/m²7,2320157,4320178,3720198,6120219,3920239,822025
+35,8 %

Anstieg der amtlichen Durchschnitts-Nettomiete pro m² zwischen den Ausgaben 2015 und 2025.

Seit dem ersten qualifizierten Mietspiegel 2015 veröffentlicht die Doppelstadt ihre Durchschnittsmiete in jeder Ausgabe — eine seltene Transparenz: 7,23 €/m² (2015), 7,43 (2017), 8,37 (2019), 8,61 (2021), 9,39 (2023), 9,82 €/m² (2025). Macht plus 36 Prozent in zehn Jahren.

Die Kurve verrät den Rhythmus: Der größte Sprung kam 2019 mit +12,6 Prozent — direkt nach einer Index-Fortschreibung, die den Markt mit mageren +2,7 Prozent offenbar deutlich unterzeichnet hatte. Die Lehre für beide Seiten: Fortschreibungsjahre bremsen, Neuerhebungen holen nach.

Und manchmal kassiert die Methode die Fortschreibung wieder ein: Die amtliche Musterwohnung der Broschüren (80 m², Baujahr 1990, +13 Prozent Zuschläge) ergab 2021 nach Fortschreibung 10,01 €/m² — und nach der kompletten Neuerhebung 2023 exakt 10,00 €/m². Zwei Jahre Marktentwicklung, per Methodenwechsel neutralisiert; erst 2025 ging es auf 10,45 €/m² weiter.

Von der Pauschale zur Luftlinie — und das Institut-Pingpong

2015 / 2017
Der erste Doppel-Mietspiegel

Pauschal: „Wohnlage mit Lagevorteilen“ +4 %, mit Lagenachteilen −4 % — die Einstufung traf man selbst.

Neu bewertet
Erster qualifizierter Mietspiegel beider Städte (2015)Regressionsanalyse (2.278 Haushalte)
Typisch für diese Ära
Zweidrittel-Spanne ±22 %Index-Fortschreibung 2017: +2,723 %
2019 / 2021
Die Hausarzt-Jahre

Weiter selbst eingeschätzt — dafür mit dem kuriosesten Zuschlag der Serie: Hausarzt in 300 m fußläufig = +5 %.

Neu bewertet
Hausarzt-Zuschlag +5 %Handtuchheizkörper +2 %Tür schmaler als 80 cm: −4 %
Zählt nicht mehr
Pauschale Lagevorteil/-nachteil-Prozente
Typisch für diese Ära
Institutswechsel zu ALP (Hamburg)Spanne enger: ±18 %
2023 / 2025
Die Geo-Ära

Georeferenziert: Lage-Zonen 0 bis 4 nach Luftlinien-Distanz zu Versorgungszentren (0 bis −10 %), plus fünf Distanz-Zuschläge à +1 % (Schule, Supermarkt, ÖPNV, Gewerbe, Grünfläche) — hausnummerngenau per Straßenliste.

Neu bewertet
Lage-Zonen 0–4 (bis −10 %)Fünf Distanz-Zuschläge à +1 %Straßenliste mit 29.883 Ulmer AdressenModernisierungs-Punktesystem (15 Maßnahmen)
Zählt nicht mehr
Hausarzt-ZuschlagHandtuchheizkörperTür-Breiten-Abschlag
Typisch für diese Ära
Institut zurück zu EMASpanne ±19 %Index-Fortschreibung 2025: +4,55 %
Amtliche Ø-Nettomiete
7,23 → 7,43 € → 8,37 → 8,61 € → 9,39 → 9,82 €
2015/17 → 2019/21 → 2023/25
Zweidrittel-Spanne
±22 % → ±18 % → ±19 %
2015/17 → 2019/21 → 2023/25
Kuriosestes Lage-Merkmal
Lagevorteil pauschal ±4 % → Hausarzt ≤300 m: +5 % → Grünfläche ≤100 m: +1 %
2015/17 → 2019/21 → 2023/25
Eigene Auswertung der sechs amtlichen Mietspiegel-Broschüren 2015–2025 der Städte Ulm und Neu-Ulm; kuratierte Einzelbeispiele und amtlich publizierte Eckwerte, kein Abdruck der Tabellen (Urheberrechtsvorbehalt der Herausgeberinnen).

Die Ulmer Merkmal-Geschichte ist auch eine Geschichte der Gutachter: EMA-Institut (2015/2017), dann ALP aus Hamburg (2019/2021), dann wieder EMA (2023/2025) — und jeder Wechsel brachte ein neues Regelwerk. Für Vermieter hieß das dreimal neue Zu- und Abschläge in acht Jahren.

Die ALP-Jahre 2019/2021 waren die kuriosesten: +5 Prozent für einen Hausarzt in 300 Metern fußläufig — mehr als der Aufzug brachte —, +2 Prozent für den Handtuchheizkörper, −4 Prozent, wenn auch nur eine Tür schmaler als 80 Zentimeter war. Alle drei Merkmale verschwanden 2023 wieder.

Seit 2023 regiert die Geografie: Lage-Zonen nach Luftlinien-Distanz, fünf Nachbarschafts-Zuschläge, eine hausnummerngenaue Straßenliste und ein Modernisierungs-Punktesystem. Die Spanne pendelte dabei von ±22 Prozent (2015) über ±18 (2019) auf ±19 Prozent (seit 2023).

Wer seine letzte Erhöhung noch mit Hausarzt-Prämie oder Lagevorteil-Pauschale gerechnet hat, rechnet heute in einem anderen System — der Blick in die aktuelle Straßenliste ist Pflicht.

Der Bestand dahinter: So wohnt Ulm laut Zensus

Ulm wohnt für eine Universitätsstadt erstaunlich geräumig: 87,6 m² misst die Durchschnittswohnung, gut ein Drittel gehört den Bewohnern selbst. Die Zensus-Bestandsmiete von 8,48 €/m² (Mai 2022) lag schon damals nur gut einen Euro unter der heutigen amtlichen Durchschnittsmiete — der Ulmer Markt ist eng.

87,6 m²
durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung
4
Räume je Wohnung im Schnitt
64.450
Wohnungen gesamt
35,2 %
Eigentümerquote — die Mehrheit wohnt zur Miete
48,2 %
heizen mit Zentralheizung
45 %
Energieträger Gas — die Wärmewende steht noch aus

Wohnungen nach Baujahr (Anteile)

vor 1919: 8,7 %, 1919–1948: 9,7 %, 1949–1978: 40,1 %, 1979–1990: 13,7 %, 1991–2000: 12,9 %, 2001–2010: 6,2 %, 2011–2019: 7,3 %, ab 2020: 1,4 %vor 19198,7 %1919–19489,7 %1949–197840,1 %1979–199013,7 %1991–200012,9 %2001–20106,2 %2011–20197,3 %ab 20201,4 %

Einordnung: Der Zensus maß zum Stichtag 15.5.2022 über den gesamten Bestand eine Durchschnitts-Nettokaltmiete von 8,48 €/m² — der Mietspiegel 2025 weist als Durchschnitt der mietspiegelrelevanten Mieten 9,82 €/m² aus. Beide messen Verschiedenes (Gesamtbestand vs. mietspiegelrelevante Mieten), die Richtung ist aber eindeutig: Es geht aufwärts.

Quelle: Zensus 2022 (Stichtag 15.05.2022), Zensusdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder — Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

Ulm, das Umland und Deutschland: die Bestandsmieten im Vergleich

Wie teuer ist Ulm wirklich? Der Zensus 2022 erlaubt den amtlichen Vergleich: Ulm liegt bei 8,48 €/m² Bestandsmiete — Baden-Württemberg insgesamt bei 8,13 €, der Bund bei 7,28 €. Und im Umland (der Alb-Donau-Kreis und der Landkreis Neu-Ulm) zeigt sich, wie viel Miete ein paar Kilometer ausmachen: Die größten Nachbarorte liegen zwischen 7,06 und 8,83 €/m².

Zensus-Bestandsmiete im Vergleich (€/m², Mai 2022)

Ulm8,48 €Baden-Württemberg8,13 €Deutschland7,28 €
Kaltmiete der Nachbarorte (der Alb-Donau-Kreis und der Landkreis Neu-Ulm)
OrtKaltmieteggü. Ulm
Neu-Ulm8,83 €+4 %
Blaustein8,39 €−1 %
Senden7,89 €−7 %
Langenau7,28 €−14 %
Weißenhorn7,19 €−15 %
Ehingen (Donau)7,13 €−16 %
Vöhringen7,12 €−16 %
Illertissen7,06 €−17 %

Nachbarorte = die acht Umlandgemeinden mit dem größten Wohnungsbestand; Umland-Abgrenzung: der Alb-Donau-Kreis und der Landkreis Neu-Ulm. Quelle: Zensus 2022, Tabellen 4000W-0004 (Durchschnittliche Nettokaltmiete) und 4000W-1008 (Wohnungsbestand), Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0. Bestandsmieten aller bestehenden Mietverhältnisse zum Stichtag — nicht die Angebotsmieten aktueller Inserate und nicht die ortsübliche Vergleichsmiete des Mietspiegels.

Mietpreisentwicklung, indexiert (2015 = 100)

Ulm: amtliche Mietspiegel-Durchschnittsmiete · Baden-Württemberg/Deutschland: Destatis-Nettokaltmieten-Index

100110120130140201520172019202120232025Ulm 136Baden-Württemberg 124Deutschland 117

Stadt-Linie nur zu Mietspiegel-Jahren (Punkte); Quelle Stadt: amtliche Durchschnittsmieten der Ausgaben (siehe Historie-Kapitel). Statistisches Bundesamt, GENESIS-Tabelle 61111-0020 (Index der Nettokaltmieten nach Bundesländern), Jahreswerte; Statistisches Bundesamt, GENESIS-Tabelle 61111-0004, VPI-Position CC13-041 (Wohnungsmieten/Nettokaltmieten), Jahresmittel der Monatsindizes (eigene Mittelung). Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0. Indexiert auf 2015 = 100 — Niveaus bleiben unvergleichbar, verglichen wird das Tempo.

Vier Schritte zum wirksamen Erhöhungsschreiben

  1. Schritt 1
    Vergleichsmiete berechnen

    Basis-Nettomiete aus Wohnfläche und Baujahr, Zone und Zuschläge aus der Straßenliste — unser Rechner führt durch die Systematik.

  2. Schritt 2
    Grenzen und Fristen prüfen

    15 % Kappung in drei Jahren, 15 Monate seit Einzug bzw. letzter Erhöhung, ein Jahr zwischen zwei Erhöhungsverlangen.

  3. Schritt 3
    Schreiben formgerecht zustellen

    Textform genügt, Begründung mit dem Mietspiegel, alle Mieter des Vertrags als Empfänger.

  4. Schritt 4
    Zustimmung abwarten

    Der Mieter hat bis zum Ende des übernächsten Monats Zeit; die neue Miete gilt ab dem dritten Monat nach Zugang.

Als Mieter prüfen Sie dieselben Punkte in Gegenrichtung: Stimmen Basismiete, Lage-Zone laut Straßenliste und die Zuschläge? Wurde die Kappungsgrenze eingehalten? Unser Mieter-Check rechnet das kostenlos nach. Zum Mieter-Check →

Wann der Mietspiegel nicht gilt — und was dann

Der Mietspiegel Ulm/Neu-Ulm gilt für nicht preisgebundenen Wohnraum in beiden Stadtgebieten — ausdrücklich auch für Gebäude mit nur einer Wohneinheit, also Einfamilienhäuser. Heraus fallen preisgebundene Wohnungen, Wohnheime und möblierte Sonderfälle.

Wo der Mietspiegel nicht trägt, bleibt § 558a BGB erfüllbar: mit drei Vergleichswohnungen oder einem Sachverständigengutachten. Bewährt hat sich, die Systematik als Orientierung zu nehmen und die Begründung formal auf Vergleichswohnungen zu stützen.

Ein ehrliches Fazit

Der Doppelstadt-Mietspiegel ist ein kleines föderales Wunder: zwei Städte, zwei Bundesländer, eine Rechnung — und seit 2023 eine Lage-Bestimmung, die keine Meinung mehr kennt, nur noch Koordinaten. Die Straßenliste macht Schluss mit dem Lage-Streit.

Die Zahlen mahnen zur Aufmerksamkeit: Nach der zahmen Fortschreibung 2025 (+4,55 Prozent) ist die nächste Neuerhebung 2027 fällig — und die Geschichte zeigt, dass Neuerhebungen in Ulm kräftig nachholen. Wer sauber rechnet und die Zone seiner Adresse kennt, bekommt einen Betrag, der hält.

Rechner in Vorbereitung

Die Tabellenwerte des Mietspiegels Ulm dürfen wir ohne Freigabe des Herausgebers nicht online anbieten. Alle frei nutzbaren Informationen zum Mietspiegel Ulm finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Durchschnittsmiete in Ulm laut Mietspiegel 2025?

Die amtliche durchschnittliche Nettomiete beträgt 9,82 €/m² (unabhängig von allen Wohnwertmerkmalen, Ausgabe 2025 für Ulm und Neu-Ulm). 2023 waren es 9,39 €/m².

Gilt der Mietspiegel auch für Neu-Ulm?

Ja — Ulm (Baden-Württemberg) und Neu-Ulm (Bayern) geben seit 2015 einen gemeinsamen qualifizierten Mietspiegel heraus. Nur bei Kappungsgrenze und Mietpreisbremse gelten die jeweiligen Landes-Verordnungen.

Wie berechne ich die ortsübliche Vergleichsmiete für meine Wohnung?

Basis-Nettomiete aus Tabelle 1 (Wohnfläche × Baujahr), darauf die Prozent-Zu-/Abschläge: Lage-Zone und Distanz-Zuschläge laut Straßenliste, Ausstattung, Modernisierungs-Punkte. Unser Rechner führt durch genau diese Rechnung.

Wo finde ich die Lage-Zone meiner Adresse?

In der amtlichen Straßenliste (für Ulm: 29.883 Adressen, hausnummerngenau, online auf ulm.de) oder im Online-Mietenberechner. Die Broschüre empfiehlt den Rechner ausdrücklich — gemessen wird per Luftlinie.

Was bedeutet die Spanne von ±19 Prozent?

In diesem Korridor um den errechneten Wert lagen bei der Erhebung die mittleren zwei Drittel aller Mieten. Für die Mieterhöhung zählt der errechnete Betrag — die Spanne ist Statistik, kein Verhandlungsspielraum.

Wie stark darf die Miete in Ulm steigen?

Bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, aber höchstens 15 Prozent innerhalb von drei Jahren — für Ulm nach der BW-Kappungsgrenzen-Verordnung (bis 31.12.2026), für Neu-Ulm nach bayerischem Recht. Zudem: frühestens 15 Monate nach Einzug oder letzter Erhöhung, ein Jahr Abstand zwischen zwei Erhöhungsverlangen.

Gilt in Ulm die Mietpreisbremse?

Ja: Ulm steht in der Ende 2025 verlängerten Gebietskulisse der baden-württembergischen Mietpreisbegrenzungsverordnung (bis 31.12.2026) — bei Neuvermietung höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Der Mietspiegel selbst erwähnt die Bremse nicht.

Gab es wirklich einen Hausarzt-Zuschlag?

Ja — die Ausgaben 2019 und 2021 gaben +5 Prozent, wenn ein Hausarzt in 300 Metern fußläufig erreichbar war. Mit der Neuerhebung 2023 verschwand das Merkmal wieder; heute zählen Lage-Zonen und Distanz-Zuschläge.

Quellen & Methodik

Alle Kennzahlen sind Eckwerte, die die Städte Ulm und Neu-Ulm selbst in den Fließtexten ihrer Broschüren veröffentlichen (Ø-Nettomiete je Ausgabe, Fortschreibungssätze, Spannen, Beispielrechnungen), oder eigene Auswertungen (Auszählung der 29.883 Adressen der amtlichen Straßenliste nach Lage-Zonen, Struktur-Vergleich der Merkmal-Kataloge über die Ausgaben). Die Tabellenwerte des Mietspiegels geben wir nicht wieder — die Herausgeberinnen behalten sich Vervielfältigung ausdrücklich vor; Kurzzitate mit Quellenangabe. Zensus-Daten unter Datenlizenz Deutschland 2.0. Mietpreisbremse-Angabe nach der Ende 2025 verlängerten BW-Gebietskulisse (MLW BW).

Stand: 17.7.2026 · Automatisiert geprüfte Daten, redaktionell aufbereitet — keine Rechtsberatung. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.

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